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Frankfurt - die wachsende Stadt : Jede Menge los

„Mediterranisierung“ des städtischen Lebens: Wenn es das Wetter zulässt, drängt es die Frankfurter ins Freie, zum Beispiel ans Mainufer. Bild: Fiechter, Fabian

Die Stadt ist voll, mitunter proppenvoll. Ob auf der Zeil, am Mainufer oder im Waldstadion: Es wimmelt von Menschen. Wohl dem, der sich auskennt und das Gebot des antizyklischen Handelns beherzigt.

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          Im Frühjahr ist es wieder einmal besonders deutlich geworden. An den ersten warmen Wochenenden im März schien es, als sei ganz Frankfurt auf den Beinen. In Scharen zog es die Spaziergänger und Radfahrer an den Main. Nicht nur dorthin, wo, wie am Eisernen Steg, schon immer viel los war, sondern auch in den Osten, wo die Verlängerung des Mainuferwegs eine Schneise ins Gewerbegebiet geschlagen hat. Die neue Osthafenbrücke bietet sich an für einen Rundgang entlang der Ufer, den inzwischen ausgewachsenen EZB-Turm immer im Blick. Und im Kopf den festen Vorsatz, anschließend noch einen Kaffee im „Oosten“ zu trinken - vorausgesetzt, in dem Lokal direkt am Fluss findet sich ein Platz.

          Matthias Trautsch
          Koordination Reportage Rhein-Main.
          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
          Petra Kirchhoff
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Frankfurt wächst. Mehr als 70.000 Einwohner sind in den vergangenen Jahren hinzugekommen. Das ist in etwa so, als wäre ganz Fulda in die Mainmetropole gezogen. Und darum macht sich der Andrang auch bemerkbar. Vor allem bei den Immobilienpreisen und Mieten, die in den beliebten Vierteln kaum noch zu bezahlen sind - wenn man dort überhaupt eine Bleibe findet.

          Frankfurt ein Ort mit vielen Jobs

          Wohl dem, der sich schon vor dem Boom eine Wohnung im Nordend oder in Sachsenhausen gesichert hat. Wenn er sich nicht gerade über fehlende Parkplätze ärgert, kann er gelassen zuschauen, wie die Miete nebenan jedes Mal steigt, wenn der Umzugswagen einen neuen Bewohner bringt. Denn auch das gehört zur wachsenden Stadt: die Fluktuation. Arbeitsmigranten aus aller Welt kommen nach Frankfurt, und nicht selten sind es solche, die mit fünfstelligen Monatsgehältern an den Main gelockt werden.

          Ganz zu schweigen von den ungeheuren Vorteilen - Stichwort: Steuervergünstigung -, welche die Europäische Zentralbank und neuerdings auch die Bankenaufsicht ihren Mitarbeitern versprechen. „Schmerzensgeld“, hätte man früher gesagt, schließlich galt Frankfurt als kalt und trist, von Kriegs- und Nachkriegszerstörungen bis zur Charakterlosigkeit entstellt. Als Ort, der viele Jobs und sonst sehr wenig zu bieten hat. Ob es stimmte, sei dahingestellt, auf jeden Fall aber hat sich diese Wahrnehmung deutlich verändert. Es soll inzwischen Münchner und Hamburger geben, die gern an den Main ziehen, und manch einer, der in den neunziger Jahren nach Berlin ausgewandert ist, kehrt reumütig zurück.

          Kenner gehen in die Peripherie

          Nach einer sehr rigiden Definition sind echte Frankfurter nur diejenigen, deren Eltern schon innerhalb der Stadtgrenzen geboren sind. Eine aussterbende Spezies also, deswegen ist es wohl ein Beitrag zur Arterhaltung, wenn sich nun auch solche als einheimisch begreifen, die seit längerem hier leben. Sie haben den Vorteil der Ortskenntnis und tun gut daran, ihn gegenüber den Neubürgern auszuspielen. Sie können die täglichen Staus vermeiden, weil sie die Verkehrsströme kennen, sie wissen, wann sich ein S-Bahn-Ticket lohnt und wann man besser das Fahrrad nimmt.

          Sie haben gelernt, dass es im Günthersburgpark und am südlichen Mainufer herrlich ist, dass man aber nicht glauben sollte, an einem sonnigen Sommertag dort einen ungestörten Liegeplatz zu finden. Stattdessen verlegen die Kenner das Picknick in die Peripherie, in den Huthpark zum Beispiel oder auf den Bonameser Flugplatz. Geheimtipps sind auch das nicht mehr, aber immerhin ist die Fläche größer, so dass die Ausflügler sich besser verteilen können.

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