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Frankfurt : Das neue Museumsquartier steht vor der Vollendung

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Charakteristischer Doppelgiebel: Das neue Ausstellungshaus mit seinem gläsernen Ausguck, das die Dauerausstellung des Historischen Museums beherbergen soll, wird im Herbst eröffnet. Bild: Wonge Bergmann

Das Historische Museum will nicht warten, bis sein neues Ausstellungshaus im Herbst eröffnet wird. Schon im Frühjahr wird der neue „Saalhof“-Platz freigegeben.

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          Die Tage der Improvisation sind bald vorüber. Der enge Interims-Eingang des Historischen Museums im Zollgebäude am Fahrtor wird im Frühjahr geschlossen. Die Besucher werden dann vom Fahrtor aus über eine Freitreppe zum neuen Platz zwischen den beiden neuen Museumsgebäuden hinaufsteigen, sich nach rechts wenden und das Museum durch das Foyer des neuen Empfangsgebäudes betreten.

          Auf die Dauerausstellung im neuen Ausstellungshaus mit seinen markanten zwei Giebeln müssen die Frankfurter allerdings noch bis zum Herbst warten. Erst dann werden die etwa 5000 Objekte in der neuen Dauerausstellung ihren Platz gefunden haben. Schon im April soll allerdings Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) als offizielle Bauherrin die beiden Neubauten und den neuen Platz mit dem alten Namen „Saalhof“ übernehmen. Die Architekten und Bauleute bereiten sich mittlerweile auf die baurechtliche Abnahme vor, die vorher erfolgen muss.

          Neues Museumscafé eröffnet ebenfalls

          Auch wenn in den Frühjahrsmonaten noch einige Außenarbeiten rund um das Ausstellungshaus anstehen – unter anderem soll noch neues Pflaster an der Saalgasse und am Fahrtor neu verlegt werden –, kann der Platz schon von Frühjahr an von jedermann betreten werden. Wer in die Ausstellungen in den Altbauten gehen will, etwa in die Dauerausstellung „Sammler und Stifter“, kauft seine Eintrittskarte dann im Foyer des neuen Eingangsgebäudes und gibt Jacken und Mäntel im unteren Teil des Foyers ab, also in jenem Raum, der unter dem neuen Saalhof-Platz die Verbindung zwischen den beiden Neubauten herstellt. Dort befinden sich auch die Toiletten. Nur die Rotunde, in der die „Schneekugel“ mit ihren kinetischen Modellen ihren Platz finden wird, bleibt bis zum Herbst noch verschlossen.

          Vor allem aber können die Gäste im neuen Museumscafé neben dem unteren Foyer endlich wieder Kaffee trinken und Kuchen essen – ein Service, den das Historische Museum lange nicht mehr anbieten konnte, weil es seit der Sanierung der Altbauten keine Gastronomie im Haus mehr gab. Vom Frühjahr an wird dieser Mangel mit der Eröffnung des neuen Museumscafés endlich beseitigt sein. Es hat sogar eine Außenfläche mit historischer Aura, denn die Gäste befinden sich dort auf der Ebene der letzten Reste der karolingischen Stadtmauer aus dem 9. Jahrhundert.

          Nach der offiziellen Eröffnung der Neubauten und der Dauerausstellung kommt im Herbst dann eine zweite gastronomische Einrichtung hinzu: das „Café Fahr-tor“ im alten Zollgebäude neben dem Rententurm, wo sich heute der Eingang befindet. Während das Museumscafé im unteren Foyer für die Besucher des Museums gedacht ist, wendet sich das neue Café auch an Passanten. Betrieben werden beide Einrichtungen von Kay und Martina Exenberger-Meyer, die schon das Bistro „Exenberger“ in Sachsenhausen bewirten und darüber hinaus einen Catering- und einen Lieferdienst unterhalten, mit denen sie für die Museumsgastronomie, die ohne eigene Vollküche auskommen muss, gut gerüstet erscheinen.

          Er und seine Mitarbeiter könnten es nach zehn Jahren Planungszeit kaum mehr erwarten, die neuen Häuser endlich beziehen und bespielen zu können, sagt Museumsdirektor Jan Gerchow. Seit 2011 arbeite sein Team fast vier Kilometer entfernt vom Stammhaus im westlichen Bockenheim. In dieser Zeit hätten die Beschäftigten auf ihrem täglichen Pendel-wegen zur Baustelle und zu den Altbauten unzählige Fahrrad- und S-Bahn-Kilometer zurückgelegt. Dem Museumsbetrieb tue es natürlich nicht gut, wenn die Mitarbeiter so weit weg vom Publikum und dem Museum arbeiteten.

          Kindermuseum heißt künftig „Junges Museum Frankfurt“

          Schon im Januar eröffnet das Historischen Museum einen anderen neuen Eingang: sein digitales Portal. Für Direktor Gerchow ist es ein „Herzstück“ beim Versuch seines Hauses, sich für die Bedürfnisse der Besucher zu öffnen, aber auch deren Expertise zu nutzen. Mit Hilfe des neuen Internetportals können sich die Gäste auf ihren Museumsbesuch vorbereiten und diesen auch nachbereiten. Ihnen stehen von Herbst an Web-Apps mit themen- und zielgruppenorientierten Führungen zur Verfügung. Darüber hinaus können sie auch online Einblick in die Sammlungen nehmen.

          Das neue große Stadtmodell in der Abteilung „Frankfurt Jetzt!“ wird eine digitale Entsprechung im Internet-Portal bekommen, dort können Nutzer dann ihre Beiträge zur Stadt mitteilen und hochladen. Auf diese Weise soll eine neue Plattform entstehen, auf der jeder Interessierte sich über Frankfurter Themen und das Museum mit anderen austauschen kann. Die klassischen Funktionen einer Internetseite werden Gerchow zufolge im Januar freigeschaltet, im September sollen die Web-Apps folgen sowie die Online-Sammlung und das „Mein-Frankfurt-Modell“.

          Verschoben hat sich der Umzugstermin für das Kindermuseum, das künftig „Junges Museum Frankfurt“ heißen wird. Es bleibt im neuen Jahr noch in seinen Ausweichräumen an der Hauptwache, wohin es wegen der Sanierung der Altbauten 2008 ausquartiert worden war. Die Leiterin Susanne Gesser spricht von 2017 als einem „Übergangsjahr“. Das Kindermuseum werde zwischen dem Interimsstandort und dem neuen alten Standort im Historischen Museum gleichsam schweben: An der Hauptwache werde man weiter ein vielfältiges Programm bieten und im Historischen Museum die künftigen Räume umbauen. Den Namen Junges Museum habe man gewählt, weil Mädchen und Jungen zwischen sieben und zwölf Jahren, die Hauptzielgruppe des Museums, sich nicht mehr als Kinder fühlten.

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