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Ewigkeitsprojekt in Frankfurt : Sternfahrt für dringend benötigten Radweg

Von wegen Hast: Seit vier Jahrzehnten wünscht sich der dortige Ortsbeirat einen Radweg zwischen Nieder-Erlenbach und Nieder-Eschbach Bild: dpa

Der Bau von neuen Radwegen ist offenbar ein mühsames Geschäft. Seit vier Jahrzehnten wünscht sich der dortige Ortsbeirat einen Radweg ...

          2 Min.

          Der Bau von neuen Radwegen in Frankfurt ist offenbar ein mühsames Geschäft. Seit vier Jahrzehnten wünscht sich der dortige Ortsbeirat einen Radweg zwischen Nieder-Erlenbach und Nieder-Eschbach. Mehr als ein Plan ist dabei jedoch noch nicht herausgekommen. Der kann nicht verwirklicht werden, weil ein Rebhuhn irgendwo auf der ins Auge gefassten Trasse brütet. Jetzt muss ein „Rebhuhn-Fenster“ geschaffen werden, wie im Umweltschutz-Deutsch eine Ersatz-Nistplatz für den bedrohten Vogel heißt. Die vorgesehene Fläche will der dort ansässige Bauer aber nicht verkaufen, wie Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) berichtete.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nun ist die Stadt auf der Suche nach einem Ersatzgrundstück, das sie dem Landwirt zum Tausch anbieten kann. Den Radfahrern in den beiden Stadtteilen platzt wegen des jahrelangen Hin und Her indes der Kragen. An diesem Freitag wollen sie mit einer Sternfahrt auf die Dringlichkeit ihres Anliegens aufmerksam machen. Der Dezernent ist zwar guten Willens, aber im Augenblick machtlos. „Vielleicht schaffe ich das noch während meiner Amtszeit“, hofft er.

          Mit Radweg-Schildern bestückt

          An anderer Stelle kommt Oesterling dagegen laut eigener Aussage voran. Zwei Drittel des Stadtgebiets seien mittlerweile mit Radweg-Schildern bestückt. Zuletzt stellte das Straßenbauamt weiß-grüne Wegweiser in Hausen, Praunheim, Heddernheim, Niederursel sowie in Kalbach-Riedberg und Bonames auf. Nun kommt laut Oesterling der Osten der Stadt an die Reihe. Ganz zuletzt sollen die Innenstadt sowie die angrenzenden Stadtteile ausgeschildert werden. Der Dezernent ist optimistisch, noch in dieser Wahlperiode bis 2021 das Werk vollenden zu können.

          Fortschritte mache auch die Roteinfärbung der Radwege, die das Radfahren sicherer und das Parken auf Radwegen verhindern soll. An der Altenhöferallee vor dem Riedbergzentrum ließ Amtsleiterin Michaela Kraft die Radspur mit roter Farbe bemalen. Geplant ist, überall in der Stadt die Gefahrenstellen im Radwegnetz derart einzufärben. Darüber hinaus sollen Strecken von stadtteilübergreifender Bedeutung rot leuchten. Bis das Programm abgeschlossen ist, wird es nach Angaben Oesterlings allerdings noch einiger Zeit dauern.

          Seltenes Lob für Andy Scheuer

          Ein dauerndes Ärgernis für Radfahrer sind parkende Autos auf Radwegen, wie man beim Ortstermin auf dem Riedberg sehen konnte. Oesterling will mehr Stadtpolizisten einstellen, die solche Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung ahnden. Doch steht er vor dem Problem, dass er kaum Leute für diesen Job findet. Der Dezernent denkt an eine höhere Entlohnung für die Stadtpolizisten, doch bisher hat er den Magistrat noch nicht für diesen Plan gewinnen können.

          Viel hat Osterling in den vergangenen Monaten den Bundesverkehrsminister etwa wegen dessen Politik bei den drohenden Dieselfahrverboten kritisiert. Nun fand er ausnahmsweise lobende Worte für Andreas Scheuer (CSU). Der möchte die Bußgelder für Parker auf Radwegen deutlich anheben, ein Plan, den der Frankfurter Stadtrat für ausgesprochen gut hält.

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