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Reform der Drogenpolitik : Frankfurter Weg 2.0

Auf offener Straße: Ein Drogenabhängiger im Frankfurter Bahnhofsviertel setzt sich einen Schuss. Bild: Helmut Fricke

Die städtische Drogenpolitik muss reformiert werden – das sehen Politiker unterschiedlichster Coleur so. Doch wie? Vielleicht helfen Ideen aus der Schweiz weiter.

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          Immer wieder ist in Plenarsitzungen im Römer oder in der öffentlichen Debatte zu hören: Der Frankfurter Weg ist gescheitert. Aber halt. Wäre der Frankfurter Weg gescheitert, dann würde das bedeuten: schlimmere Zustände als in den Neunzigern, als sich Süchtige in der offenen Szene in der Taunusanlage den Goldenen Schuss setzten. Mehr Drogentote als damals, 147 Menschen waren es 1992. Vor sich hin vegetierende Abhängige, die keinen Kontakt zu Hilfseinrichtungen haben.

          Theresa Weiß
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Frankfurter Weg, die Drogenpolitik der Stadt, die Süchtigen etwa mit Konsumräumen sichere Angebote machen will, ist nicht gescheitert. 2019 starben in Frankfurt 22 Menschen im Zusammenhang mit Drogenkonsum. Das ist eine sehr niedrige Zahl, denn immerhin sind etwa 10.000 Menschen in der Stadt abhängig, wie das Drogenreferat schätzt. Nicht alle davon sind aber schwerstabhängig, verelendet oder obdachlos. Knapp die Hälfte dieser Menschen besucht Konsumeinrichtungen, die im Zuge des Frankfurter Wegs geschaffen wurden.

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