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Großeinsatz in Frankfurt : Pöbler behindern Rettungskräfte

Die Konstabler Wache in Frankfurt Bild: Wolfgang Eilmes

Eine Rettungsaktion in Frankfurt eskaliert zum Großeinsatz der Polizei. Denn immer wieder versuchen Passanten, die Sanitäter an der Wiederbelebung eines 19 Jahre alten Mannes zu hindern.

          1 Min.

          An der Konstablerwache hat eine Menschenmenge am Montagnachmittag versucht, Rettungskräfte an der Reanimation eines Mannes zu hindern. Die Polizei musste mit einem Großaufgebot gegen die Gruppe vorgehen. Ein Mann, der gegenüber den Beamten handgreiflich geworden war, wurde vorübergehend festgenommen.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Fall ereignete sich gegen 16.50 Uhr an dem gut besuchten Platz. Ein 19 Jahre alter Mann, der offenbar Drogenkonsument ist, lag dort bewusstlos auf dem Boden. Als ein Rettungswagen gerufen wurde, der gemeinsam mit einer Polizeistreife eintraf, eskalierte die Situation. Mehrere Passanten versammelten sich um den am Boden Liegenden und bedrängten die Rettungssanitäter und den Notarzt. Die Polizisten versuchten, beruhigend auf die Menschenmenge einzuwirken und sie zurückzudrängen, wie eine Sprecherin mitteilte. Zunächst ohne Erfolg. Ein Beamter wurde den Angaben zufolge geschubst. Ein junger Mann habe immer wieder lautstark zu Störungen aufgerufen.

          Polizei muss Verstärkung rufen

          Die Polizisten riefen schließlich Verstärkung. Bis dahin konnten sich der Notarzt und die Sanitäter noch immer nicht um den Drogenkonsumenten kümmern. Schließlich kamen noch sechs weitere Streifen hinzu, dann erst sei es gelungen, eine Absperrung zu errichten, so dass der Neunzehnjährige medizinisch behandelt werden konnte. Den Mann, der zuvor zu den Störungen aufgerufen hatte, nahm die Polizei fest.

          Wie eine Polizeisprecherin gestern sagte, wird der genaue Hergang nun aufgearbeitet. Noch sei unklar, in welcher Beziehung die Störer zu dem Drogenkonsumenten gestanden hätten. Bei einigen von ihnen handele es sich offenbar um Drogendealer, die an der Konstablerwache Rauschgift verkauften. Die anderen seien jedoch nach derzeitigen Erkenntnissen Passanten gewesen, die sich in das Geschehen hineinziehen ließen.

          Angriffe gegen Polizei und Rettungskräfte

          Dass es gerade auf der Zeil immer schwieriger wird, bei spontanen Einsätzen tätig zu werden, berichten Polizisten und Rettungssanitäter schon lange. Insgesamt gab es in Hessen im vergangenen Jahr 3468 Angriffe gegen Polizisten und 74 Angriffe gegen Rettungssanitäter. Der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) hatte sich daher für einen Schutzparagraphen für Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte eingesetzt, der Anfang des Jahres auch beschlossen wurde.

          Dass eine Rettungsaktion in so einem Umfang behindert wurde, kam jedoch auch in Frankfurt noch nicht vor. Wie die Polizei gestern weiter mitteilte, verlief die Reanimation des Mannes am Ende erfolgreich. Er wurde anschließend in ein Krankenhaus gebracht.

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