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Verkehrsregelung per Hand : Ampelersatzmännchen

  • -Aktualisiert am

Fingerzeig: Verkehrspolizist in Frankfurt in Aktion Bild: Frank Röth

Am Platz der Republik in Frankfurt fallen bis Freitag die Ampeln aus. Verkehrspolizist Julio Gonzales gefällt das.

          1 Min.

          Seinen rechten Arm reckt er senkrecht gen Himmel, den linken in Richtung Galluswarte. Die erhobene Handfläche zeigt an: Wer von dort kommt, muss stehenbleiben. Dann deutet er mit ausgestrecktem Zeigefinger auf die wartenden Autos auf der Friedrich-Ebert-Anlage in Frankfurt. Die fahren los. Und Julio Gonzalez lächelt.

          Der schlanke Mann mit Ohrring und Vollbart trägt weiße Stoffhandschuhe und eine gelb-orangefarbene Neonjacke. Auf seinem Rücken steht: „Städtische Verkehrspolizei“. Am Platz der Republik regelt er an diesem Dienstagnachmittag zusammen mit ein paar Kollegen den Verkehr. Denn die Ampeln an der wichtigen Kreuzung sind bis einschließlich Freitag ausgeschaltet. Ein Gerät, das den Betrieb steuert, steht beim Ausbau der U-Bahn-Linie 5 im Weg.

          „Wahrscheinlich die Kriminalpolizei“

          Es ist kurz vor halb sechs, Feierabendverkehr. Doch das befürchtete Chaos bleibt aus. Hier ein Krankenwagen, da ein Polizeibus, das sind die Herausforderungen für Gonzalez und die Kollegen. Irgendwann rast ein dunkler Kombi mit Blaulicht heran. „Wahrscheinlich die Kriminalpolizei“, sagt er. Ansonsten fließen die Wagen über die Kreuzung, als wäre es ein normaler Tag.

          Jetzt hat Gonzalez 15 Minuten Pause. Die zwei Kollegen stehen auf der Kreuzung, sie sind zu dritt in der Spätschicht. Die Blechlawine rauscht wenige Zentimeter weit an ihnen vorbei. Bekommt er es da nicht mit der Angst zu tun? Angst nicht, sagt Gonzales. „Man hat eine gewisse Grundnervosität, bevor man auf die Kreuzung geht. Die ist aber nach zwei, drei Runden weg, weil man sich so auf das Geschehen konzentriert, dass man überhaupt keine Zeit hat, Angst zu haben.“

          Julio Gonzalez muss bald wieder auf die Kreuzung. Er deutet in Richtung Galluswarte. Vor der nächsten Ampel hat sich stadtauswärts ein kurzer Stau gebildet. Das heißt: Die Polizisten dürfen den Verkehr in diese Richtung nur kurz gewähren lassen. „Sonst staut sich das bis auf unsere Kreuzung zurück“, sagt er. „Dann dreht sich gar kein Rad mehr.“

          In zweieinhalb Stunden werden die städtischen Polizisten den Platz verlassen. Wer von Westen nach Osten oder von Osten nach Westen will, muss die Kreuzung umfahren, weil sie dann in diese Richtungen gesperrt ist. Von der Messe aus in die Innenstadt und zum Hauptbahnhof steht immerhin noch eine Spur zur Verfügung. Am Samstag gehen die Ampeln dann wieder in Betrieb. Und Julio Gonzalez wird dann wieder für den ruhenden Verkehr zuständig sein. Zum Beispiel für Falschparker.

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