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Hochschule : 80 Millionen Euro für Stiftungs-Uni

Bis zum Jahr 2014 will die Frankfurter Universität ihren Campus in Bockenheim komplett aufgeben Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Mit einem Startkapital von 80 Millionen Euro beginnt die Frankfurter Universität ihre neue Existenz als Stiftungshochschule. Der Erlös aus dem geplanten Verkauf des Campus Bockenheim wird für die Finanzierung von Neubauten verwendet.

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          Die Frankfurter Universität kann ihre neue Existenz als Stiftungshochschule im nächsten Jahr voraussichtlich mit einem Startkapital von mindestens 80 Millionen Euro beginnen. Das Land Hessen und die Universität haben sich darauf verständigt, Teile des Erlöses aus dem Verkauf des Bockenheimer Campus als Grundstock für die Stiftung zu verwenden. Außerdem ist es der Universität gelungen, von privater Seite hohe Geldbeträge einzuwerben. Dies teilten Finanzminister Karlheinz Weimar (CDU) und Universitätspräsident Rudolf Steinberg mit.

          Matthias Alexander
          Redakteur im Feuilleton.
          Sascha Zoske
          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nach Weimars Angaben erhält die Universität auf jeden Fall 20 Millionen Euro als Einlage für die Stiftung. Außerdem gibt das Land für jeden Euro, den die Universität von Privaten einwirbt, einen Euro hinzu – bis zu einer Summe von 50 Millionen Euro.

          Privater Stifter geben 30 Millionen Euro

          Insgesamt könnten so 100 Millionen Euro zusammenkommen. Sollte das Land beim Verkauf der Bockenheimer Liegenschaften ein besonders gutes Geschäft machen, könnte die Regelung laut Weimar auch über die 50-Millionen-Euro-Grenze hinaus angewandt werden. Letztlich komme der Universität auf jeden Fall der gesamte Verkaufserlös zugute: Das Geld, das nicht an die Stiftung gehe, werde für die Finanzierung der Neubauten im Westend und am Riedberg verwendet.

          Steinberg sagte, er sei dem Land „sehr dankbar“ für die nun gefundene Lösung. Im übrigen habe er nie erwartet, dass die Einnahmen aus dem Grundstücksverkauf komplett der Stiftung zugeschlagen würden. „Ich bin überzeugt, dass Sie auf den 50 Millionen nicht sitzenbleiben werden“, sagte der Präsident an den Minister gewandt.

          Die Universität habe schon Zusagen privater Stifter über 60 Prozent dieser Summe, also rund 30 Millionen Euro. Details dazu würden in zwei Wochen bekanntgegeben. Zusammen mit dem Komplementär-Zuschuss des Landes und den 20 Millionen „Festgeld“ ergäbe dies ein Anfangskapital von 80 Millionen Euro für die Stiftung.

          Weimar: 200 Millionen Euro unrealistischer Kaufpreis

          Bis zum Jahr 2014 will die Frankfurter Universität ihren Campus in Bockenheim komplett aufgeben. Im sogenannten Kulturvertrag zwischen der Stadt und dem Land ist festgelegt, dass die Kommune auf das Areal verzichtet, falls die Hochschule es nicht mehr nutzt. Allerdings müssen die Einnahmen aus dem Verkauf „für die Entwicklung der Universität“ verwendet werden. Die Gespräche über eine Veräußerung des rund 400.000 Quadratmeter großen Geländes gestalten sich nach Weimars Worten schwierig. Das Land steht schon seit mehr als einem Jahr in Verhandlungen mit der Helaba-Tochter OFB Projektentwicklung und mit der ABG Holding, dem Wohnungskonzern der Stadt Frankfurt.

          Diese Gespräche werden exklusiv geführt. Wiesbaden hat zugunsten von OFB und ABG auf ein Ausschreibungsverfahren verzichtet, bei dem der meistbietende Investor zum Zuge gekommen wäre. So ist der Weg frei für eine „Public Private Partnership“, die OFB und ABG mit der Stadt Frankfurt gründen wollen. Teil der Absprache mit dem Land war es, die Eurohypo mit einem Gutachten über den Wert des Grundstücks zu beauftragen.

          Dieses Gutachten liegt dem Vernehmen nach seit Anfang des Jahres vor, wurde aber von beiden Seiten nicht akzeptiert. Strittig ist offenbar unter anderem, wer die Abriss- und die Erschließungskosten zu tragen hat. „Es wäre schön, wenn wir im nächsten Jahr zu einer Lösung kommen würden“, sagte der Minister mit Blick auf die Verhandlungen. Er bestritt, dass als Kaufpreis für das Gelände eine Summe von 200 Millionen Euro realistisch sei.

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