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Frankfurt : Fliegerbombe erfolgreich entschärft

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Klare Ansage: Die leere S-Bahn-Station Galluswarte in Frankfurt möchte man schnell wieder verlassen. Bild: Michael Braunschädel

Planmäßig hat um 23 Uhr die Entschärfung des Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg begonnen, 50 Minuten später meldet die Feuerwehr den erfolgreichen Abschluss. 8000 Menschen können in ihre Wohnungen zurückkehren.

          Die Evakuierung verlief reibungslos, so dass pünktlich um 23 Uhr mit der Entschärfung eines Weltkriegsblindgängers in Frankfurt nahe des Messegeländes begonnen werden konnte. 50 Minuten später meldete die Feuerwehr den erfolgreichen Abschluss der Entschärfung.

          Die Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg war am Mittwoch bei Bauarbeiten nahe der Innenstadt entdeckt worden.

          Etwa 8000 Menschen mussten das Gebiet in einem Umkreis von 500 Metern verlassen. Auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Frankfurter Rundschau und die Frankfurter Neue Presse sind von der Evakuierung betroffen.

          Nach Arbeitsende von Evakuierung überrascht

          Um halb acht waren viele der Straßen noch immer belebt. Anwohner zogen durch die Straßen, suchten entweder den Weg hinaus aus der Zone - oder aber hinein. Einige kamen gerade von der Arbeit, sie hatten nicht mitbekommen, dass eine Fliegerbombe gefunden worden war. Überrascht standen sie vor der Polizeiabsperrung und überlegten, wie es weiter gehen sollte.

          Immer wieder berichteten Anwohner, sie hätten erst am Nachmittag von der bevorstehenden Räumung erfahren. Die Informationspolitik der Stadt sei „eine Katastrophe“, sagte ein Anwohner. „Das hätte man besser handhaben können.“

          Tatsächlich haben Polizei und Feuerwehr die Bevölkerung fast ausschließlich über das Internet informiert, über die sozialen Netzwerke. Alte Menschen, die dazu keinen Zugang haben, wurden von der Evakuierung ihres Viertels überrascht. Auch der späte Zeitpunkt der Entschärfung verärgert Anwohner, besonders jene mit kleinen Kindern.

          S-Bahnen, Regionalzüge, Straßenbahnen und Busse wurden gestoppt oder umgeleitet. Auf dem Messegelände wurde eine Evakuierungszone eingerichtet, in der diejenigen Aufnahme fanden, die nicht zu Freunden oder Verwandten gehen konnten.

          Die Feuerwehr will sich noch nicht festlegen, wie lange die Sperrung andauern wird. Das Ende werde per Rundfunk und auf der Website www.feuerwehr-frankfurt.de bekannt gegeben.

          In einer Messehalle werden in der Nacht etwa 700 Menschen versorgt, die nicht anders unterkommen konnten.

          Polizei und Feuerwehr in Frankfurt haben mit derartigen Aktionen mittlerweile reichlich Erfahrung: Im Fundbereich der 50-Kilo-Bombe waren bereits zweimal Blindgänger entdeckt worden - in dem Gebiet laufen zahlreiche Bauarbeiten.

          Im vergangenen September mussten für die Entschärfung einer tonnenschweren Bombe sogar rund 65.000 Menschen ihre Wohnungen vorübergehend verlassen. Es war die größte Evakuierungsaktion in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Damals sorgten „Evakuierungsverweigerer“, die partout nicht ihre Wohnungen verlassen wollten, für Ärger. Auch am Donnerstagabend hatte die Polizei vor der Entschärfung kontrolliert, ob tatsächlich alle Bewohner das Gebiet verlassen hatten.

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