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Finanzierung der Operation unklar : Afuas Kampf gegen den Krebs

Der Krankheit zum Trotz: Afua ist mutig und neugierig, und ihre Mutter steht ihr fern der Heimat bei. Bild: Wonge Bergmann

Afua ist zehn Jahre alt und hat einen bösartigen Tumor im Oberarm. Die Behandlung der Ghanaerin in Frankfurt kann die Familie allein nicht bezahlen.

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          Afua friert. Es ist ein Mittwochmorgen im April, und der Himmel über Frankfurt ist bewölkt. Das zehn Jahre alte Mädchen kommt aus Kumasi in Ghana, dort sind es 30 Grad, in Frankfurt ist es nicht einmal halb so warm. Das zierliche Kind verschwindet mit seiner Mutter unter dem hohen Vordach des Haupteingangs der Universitätsklinik. Die beiden sind auf dem Weg in die unfallchirurgische Ambulanz, in das Haus 23C. Afuas linker Arm ist mit einem Verband am Körper fixiert, sie hat große Schmerzen.

          Sofia Dreisbach
          Politische Korrespondentin für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Afua ist kein Notfall, im Krankenhaus warten sie schon auf das Mädchen, es geht um die Aufnahme in die Kinderstation. Die beiden Ghanaerinnen sprechen kein Deutsch, nur Englisch und Twi, die Sprache der Aschanti. Um sich zu verständigen, haben sie Raphael Kumah an ihrer Seite. Er erinnert sich auch zehn Wochen später noch genau an den Tag, an dem Afua ins Krankenhaus kam. Kumah stammt auch aus Ghana, er ist Orthopäde und hat die Facharztausbildung in Deutschland gemacht. Einige Ärzte der Uniklinik sind ehemalige Kollegen.

          Mit einem Oberarmbruch fing es an

          Kumah ist Afuas Lotse in Frankfurt. Er regelt alles für die Aufnahme, füllt die Formulare aus, legt die Ausweise vor, übersetzt. Zuvor hat er mit dem internationalen Büro des Klinikums gesprochen und die ersten 3000 Euro, die für eine Gewebeuntersuchung gebraucht werden, auf einem Konto hinterlegt. Afua Assasie-Oppong und ihre Mutter Lydia müssen warten. Nach drei Stunden kann das Mädchen das Krankenhauszimmer beziehen. Am nächsten Tag sollen Proben aus dem kranken Arm entnommen werden.

          Der Befund bestätigt den bösen Verdacht. Kumah hatte es befürchtet: Afua hat ein Osteosarkom, einen bösartigen Tumor im Oberarmknochen. Für den ghanaischen Arzt, einen guten Freund der Familie Assasie-Oppong, ist die Situation nicht leicht. Er kennt das Mädchen von Geburt an. Es ist sein Verdienst, dass Afua in dem Klinikum behandelt wird.

          Im Februar hatte sich die Zehnjährige in der Schule den Oberarm gebrochen, die Sache schien harmlos zu sein. Das Röntgenbild zeigte einen einfachen Bruch. Kumah, Chef der Orthopädie an einem Lehrkrankenhaus im ghanaischen Kumasi, stabilisierte den Arm und schickte Afua nach Hause. Doch sie hatte auch Tage später noch starke Schmerzen, der Bruch verheilte nicht.

          Der Arm muss amputiert werden

          Nach dem nächsten Röntgen kamen Kumah Zweifel. Der Neunundvierzigjährige schickte die Aufnahme an befreundete Ärzte in Deutschland, erbat Rat. Auch die fanden das Bild auffällig. Schnell weiß Kumah: Für die beste Behandlung muss Afua nach Frankfurt. „Wir haben nicht geglaubt, dass es Krebs ist“, erinnert sich Mutter Lydia Assasie-Oppong.

          Am 13. April landen sie in Frankfurt. Die zwei älteren Schwestern von Afua, 13 und 14 Jahre alt, bleiben mit dem Vater in Ghana. Rexford Assasie-Oppong ist Architekturprofessor an der Universität für Wissenschaft und Technologie in Kumasi. Afua hat den Vater seit mehr als zwei Monaten nicht gesehen, und der Anlass, zu dem sie sich vielleicht wiedersehen, ist kein schöner. Denn die Frankfurter Spezialisten haben eine schlimme Nachricht: Afuas linker Arm muss amputiert werden, um ihr Leben zu retten. Bei der Operation soll der Vater dabei sein, wenn er den Flug bezahlen kann.

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