https://www.faz.net/-gzg-aer0e

Finanz-Affäre : AWO fordert Geld von Landtagsabgeordnetem zurück

Im Finanz-Skandal der AWO bezichtigt der Kreisverband Frankfurt sein Wiesbadener Pendant des Betrugs. Bild: dpa

Der Grünen-Politiker Taylan Burcu muss sich vor dem Arbeitsgericht Frankfurt verantworten. Protect, eine Tochterfirma der Frankfurter AWO, fordert 41.000 Euro von ihm zurück. Der Landtagsabgeordnete weist die Vorwürfe zurück.

          2 Min.

          Protect, eine Tochterfirma der Frankfurter AWO, will von dem Landtagsabgeordneten Taylan Burcu (Die Grünen) die Rückzahlung von 41.000 Euro erzwingen. „Die beim Arbeitsgericht Frankfurt gegen mich jetzt eingereichte Klage war bereits seit Oktober vom Insolvenzverwalter angekündigt“, sagte der Parlamentarier auf Nachfragen. „Allerdings weise ich die gegen mich erhobenen Ansprüche und damit die Klage als unbegründet zurück.“ Der Wiesbadener Kurier berichtet, dass das Gericht Mitte September verhandeln wolle. Die Klage ist von besonderem Interesse, weil die schwarz-grüne Regierungskoalition nur über die Mehrheit von einer Stimme verfügt.

          Ewald Hetrodt
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Burcu hat der Landtagsverwaltung vor seinem Einzug ins Parlament mitgeteilt, dass er von Mai bis Dezember 2018 Geschäftsführer der Wiesbadener AWO-Tochter ProServ gewesen sei. Später bestätigte er jedoch, dass er sein Bruttogehalt in Höhe von insgesamt 41.000 Euro von der Frankfurter AWO-Tochter Protect bezogen habe. Die beiden Gesellschaften gehören zu unterschiedlichen Kreisverbänden, sie haben nichts miteinander zu tun. ProServ kümmert sich um die Reinigung von Altenheimen und Kindertagesstätten, Protect sollte Flüchtlingsheime in Frankfurt bewachen. Die AWO stellte für diese Dienstleistung Rechnungen weit über dem Marktniveau, Frankfurt weigerte sich, zu zahlen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Betrug und Untreue. Weil er die ProServ erst noch habe gründen sollen, habe sie ihn noch nicht bezahlen können, erklärte Burcu. Darum sei vereinbart worden, dass er zwar bei der Protect angestellt werde, aber ausschließlich für die ProServ arbeiten solle. Ein doppeltes Gehalt habe er nicht bekommen.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Machtdemonstration: Ein Konvoi russischer gepanzerter Fahrzeuge fährt auf einer Autobahn auf der Krim. .

          Russischer Aufmarsch : Die Ukraine ist von drei Seiten umstellt

          Westliche Dienste sehen mit Unruhe, wie Moskau immer mehr Truppen an die Grenze zur Ukraine verlegt – auch über Belarus und das Schwarze Meer. Mit ihren Waffen sind die Russen schon jetzt überlegen.
          „Wenn unser Klub attackiert wird, dann werde ich auch weiterhin zur Stelle sein und aus der Hüfte zurückschießen“, sagt Rudi Völler.

          Rudi Völler im Interview : „Du musst oft improvisieren“

          Wie bleibt man sich selbst und seinem Verein treu? Rudi Völler spricht im Interview über Küsse auf das Vereinswappen, die Karrierepläne von jungen Spielern und das Geheimnis von Francesco Totti.