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Tiere der Großstadt : „Bei uns ist jeden Tag Welthundetag“

Frau B. sitzt gerne auf ihrer Bank im Schaufenster und beobachtet die Passanten. Bild: Sina Schmeiter

Die Vierbeiner mit den kalten Schnauzen gelten als beste Freunde des Menschen. Dafür werden sie am 10. Oktober mit dem Welthundetag gefeiert – doch wie lebt es sich eigentlich als Hund in der Großstadt?

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          Ob Hunde in der Stadt oder auf  dem Land besser gehalten werden, darüber wird immer wieder gestritten. In der Mainmetropole Frankfurt sind mehr als 18.300 der Vierbeiner gemeldet. Auch Schröder und Knut werden bald dazugehören – und die Stadt gemeinsam mit ihrem Frauchen Rosi auf Hundefreundlichkeit testen. Schröder, ein zwölf Jahre alter Basset, bleibt im Trubel des Bahnhofsviertels ganz entspannt. Während Rosi beim Mittagessen sitzt, liegt er hinter ihrem Stuhl –die vorbeilaufenden Passanten kümmern ihn nur wenig.

          Johanna Christner
          Redakteurin im Ressort Gesellschaft & Stil.

          Der kleine Knut dagegen, eine weiße englische Bulldogge, interessiert sich mit seinen eineinhalb Jahren noch etwas mehr für das Geschehen um ihn herum und schaut neugierig umher. „Die beiden sind Lärm gewohnt und können sehr gut mit Menschen“, sagt Besitzerin Rosi über ihre beiden Vierbeiner. Das Stadtleben kennen die Bald-Frankfurter jedoch schon sehr gut. Beim Gassigehen versuchen sie zwar jede Grünfläche in der Stadt mitzunehmen, sie spazieren aber auch ohne Probleme durch volle Straßen.

          Auf den Römer, dem Wahrzeichen Frankfurts schlechthin, scheint der sibirische Husky Lucky auf den ersten Blick nicht so gut zu passen. Doch der große Hund, der mit seiner Familie eigentlich in der Wetterau lebt, ist gerne in der Großstadt. „Er liebt die Besuche hier und genießt die Aufmerksamkeit“, sagt Thomas Pfalzgraf, der zusammen mit seiner Tochter zu Besuch ist. Bei der Eröffnung der neuen Altstadt war Lucky auch dabei. Pünktlich zum Welthundetag wird der sechste Geburtstag  des Rüden gefeiert. „Da gibt es Spielzeug und Knochen für ihn“, sagt Shannon Pfalzgraf.

          Reichlich Leckerlis wird es auch für Sunny zum inoffiziellen Hundefeiertag geben. Die französische Bulldogge sitzt im Schaufenster des Frankfurter Modelabels „Leonid Matthias“ auf einem Sofa, das eigens für ihn angefertigt und mit weichem Tigerprint-Stoff überzogen wurde. Modedesigner Leonid ist gerade für zwei Wochen Hundesitter geworden, da der eigentliche Besitzer aus Köln kommt. Sunny ist also ein echter Großstadthund und Pendler noch dazu.

          Glückliche Vierbeine in der Großstadt

          Im Laden fühlt sich der Vierbeiner wohl – denn hier kommen auch immer wieder Passanten mit ihren Hunden vorbei. „Sunny ist ein echter Menschenmagnet“, sagt Leonid über seinen Schützling, der ein für ihn angefertigtes besticktes Outfit gegen den kalten Herbst trägt. „Außerdem ist bei uns jeden Tag Welthundetag“, sagt Leonid und streichelt der Bulldogge andächtig über das dunkle Fell, bevor er ein Leckerli hervorholt.

          Im Frankfurter Brückenviertel in Sachsenhausen wimmelt es nur so von Hunden. Nur wenige Läden weiter sitzt Baloo – ein beigefarbener Artgenosse von Sunny – in einem Friseurladen. Während Herrchen Johann seinen Kunden zu spanischen Salsa-Rhythmen die Bärte trimmt, macht es sich sein neun Monate alter Welpe auf der Auslage gemütlich. Die französischen Bulldoggen Sunny und Baloo kennen sich und freuen sich  trotz des Altersunterschieds von fünf Jahren,  wenn sie einander sehen. Einen Hund mit dem Berufsleben verbinden, geht das wirklich so einfach?

          Baloo ist auch eine französische Bulldogge – und mit Sunny befreundet. Bilderstrecke
          Welthundetag : Hunde in der Großstadt

          Frau B. aus der „Quiltmanufaktur“ gelingt das. Sie ist laut Andrea Kollath „eine echte Lady“ – daher wurde der von der Züchterin erteilte Name „Betty“ in die förmliche Anrede geändert. Morgens geht Frauchen Andrea Kollath mit ihr ausgiebig Gassi und kann danach die Parson Russell Terrier-Hündin für den Rest des Tages problemlos bei sich im Laden zwischen Stoffen und Garnen behalten. Nur bei vorbeiziehenden Hunden wird die „Lady“  manchmal zur Furie: „Dann geht es manchmal ab wie bei Schmidts Katze“, sagt Kollath. Abgesehen von Frau B‘s katzenhaften Eigenheiten zeigt sich hier: Der Hund ist auch in der Arbeitsstadt Frankfurt möglich.

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