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Erster Spatenstich gesetzt : Familienbad wird teurer als geplant

Spatenstich: Stadtrat Markus Frank, ABG-Geschäftsführer Frank Junker und Boris Zielinski, Geschäftsführer Bäderbetriebe Frankfurt, waren dabei. Bild: Daniel Meuren

Mit dem Spatenstich haben nun offiziell die Arbeiten am Familienbad Bornheim begonnen. In zwei Jahren soll es das Panoramabad ersetzen – und die Stadt Frankfurt bis dahin noch einiges kosten.

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          Es gibt in Deutschland nicht wenige Kommunen, in denen von einer Bäderkrise oder einem Bädersterben gesprochen werden muss. In Frankfurt kann davon keine Rede sein. Nachdem im März die Verträge für den Neubau des Rebstockbads unterschrieben wurden, ist nun auch der zweite geplante Schwimmbadneubau der BäderBetriebe Frankfurt auf den Weg gebracht. Am Freitag haben mit dem Spatenstich offiziell die Arbeiten am Familienbad Bornheim begonnen. In zwei Jahren soll direkt neben der Eissporthalle der erste Frankfurter Bäderneubau seit der Eröffnung des Rebstockbads im Jahr 1982 das nur wenige Hundert Meter entfernt liegende Panoramabad ersetzen. Das Grundstück des in den Sechzigerjahren eröffneten Bades wird die Stadt für Wohnbebauung verkaufen.

          Daniel Meuren
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Andere Städte wickeln den Sportbetrieb regelrecht ab“, sagte Stadtrat Markus Frank (CDU) bei einem seiner letzten Termine als Sportdezernent, ehe er nach der Wahl der neuen Stadträte am Mittwoch und dem geplanten Neuzuschnitt der Dezernate die Verantwortung für die Sportstätten an seinen Magistratskollegen Mike Josef (SPD) übergeben wird. „In Frankfurt hingegen investieren wir in den Sport. Wir haben in den vergangenen zehn Jahren 100 Millionen Euro in die Hand genommen und nahezu alle Bäder saniert und modernisiert.“

          BäderBetriebe erhoffen sich 1000 Besucher am Tag

          Das gebe es in dieser Form in ganz Deutschland derzeit nicht, sagte Boris Zielinski, Geschäftsführer der BäderBetriebe. Wenn am Rebstockbad nach Rückbau- und Abrissarbeiten 2023 der Spatenstich für den Neubau gesetzt wird, soll das Familienbad schon die ersten Besucher erfreuen – mit 900 Quadratmeter Wasserfläche sowie vielen familien- und kindgerechten Angeboten von einer Rutschenlandschaft über Kletterelemente bis hin zu einer Saunalandschaft. 1000 Besucher am Tag und somit eine Steigerung von mindestens 20 Prozent gegenüber den Zahlen im Panoramabad erhoffen sich die BäderBetriebe.

          Dazu könnte nach den Vorstellungen Franks auch die Nachbarschaft zur Eissporthalle beitragen. „Familienfreundlicher geht es nicht. Der eine Teil der Familie kann eislaufen oder zu einem Eishockeyspiel gehen, die anderen gehen schwimmen oder wärmen sich in der Sauna.“ Aber auch wirtschaftlich soll es Synergien geben: Die Abwärme von der Aufbereitung der Eisfläche soll für das Vorwärmen des Badewassers genutzt werden, Badewasser wiederum kann in der benachbarten Halle vereist werden. Frank betonte, dies sei keine reine „Umweltgeste“, sondern habe auch monetäre Vorteile – so wie die Energieeffizienz des gesamten Neubaus. Die Kosten bei Bädern seien nicht zuvörderst über den Bau definiert, sondern vor allem über Betrieb und Lebensdauer, sagt Frank. Deshalb habe die Stadt sehr darauf geachtet, mit dem Stuttgarter Büro 4a Architekten einen im Bäderbau erfahrenen Partner auszuwählen.

          Sicher ist derweil aber, dass bereits jetzt Kostensteigerungen von gut zehn bis 15 Prozent gegenüber dem von der Stadtverordnetenversammlung gebilligten Etatansatz einzukalkulieren sind. Die Preisentwicklung bei den Baustoffen vom Sand über Stahl und Holz bis hin zur Kostenexplosion bei Sanitäranlagen gehe eben nicht spurlos an dem Projekt vorüber, so Frank Junker, Geschäftsführer der städtischen Wohnungsgesellschaft ABG. Er hob aber auch hervor, dass die Kosten aufgrund geschlossener Verträge „nicht aus dem Ruder zu laufen drohen“. Junker ist als Geschäftsführer der eigens für den Bau des Familienbads gegründeten Bäderbau GmbH für das Vorhaben verantwortlich.

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