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F.A.Z.-Spendenaktion : Für Neha und Apsana

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Zurzeit stammen zwei vom Bodensee, eine vom Starnberger See, eine aus Lübeck und einer aus der Nähe von Bonn. Der sechste Arzt ist Tobias Vogt aus dem Rheinland. Der Vierzigjährige hat sich die Arbeit dort zur Lebensaufgabe gemacht, er ist schon acht Jahre dort.

An jedem Morgen fahren die Ärzte in Zweierteams mit dem Jeep in eine von einem Dutzend primitiver Ambulanzen in verschiedenen Armenvierteln. Die meisten liegen wie die Ärztewohnung in Howrah, der Stadt neben Kalkutta auf der anderen Seite des Hoogli, eines breiten Nebenarms des Ganges. Wie in Kenia kommen die ersten Patienten schon in der Nacht, wie in Kenia haben sie sonst keine medizinische Versorgung, es sei denn durch Quacksalber, die sich ein wenig medizinisches Wissen selbst beigebracht haben. Vor einer der Ambulanzen standen 165 Leute, in Hitze und Dreck, viele Mütter mit Kindern, die Fieber hatten oder Tuberkulose, die unterernährt sind. Tuberkulose ist die größte Seuche.

Überschwemmtes Erdgeschoss in TBC-Klinik

Geld brauchen die „Ärzte für die Dritte Welt“ für ihre Kinderstation, einen großen Raum nahe der Ärztewohnung mit zwölf Betten. Dort werden unterernährte Kinder mit ihren Müttern aufgenommen, auch solche, bei denen es für die Diagnose notwendig ist, die Mädchen und Jungen länger zu beobachten. Die Station liegt in einem höheren Stockwerk, was in dem regengeplagten Viertel ein enormer Vorteil ist. In einem Tuberkulose-Krankenhaus, das der Verein mit einem lokalen Partner anderswo betreibt, wird das Erdgeschoss schon einmal überschwemmt. Am dritten Tag schwimmen dann die Fische zwischen den Betten, wie es heißt. Am vierten kommen die Schlangen.

Die Kinderstation ist zwar nicht überschwemmungsgefährdet, aber regelmäßig überfüllt. Dann müssen Mütter mit Kindern auf Matratzen schlafen. Die Einrichtung soll auf 30 Plätze erweitert und an den Stadtrand verlegt werden, wofür der Verein zusammen mit einem lokalen Partner ein Krankenhaus aufstocken will. Dafür soll das Geld dieser Spendenaktion ausgegeben werden. Wir haben vor Apsana gestanden, die zwei Wochen nach der Geburt gerade ein Kilo wiegt, und vor Neha, die mit einem Jahr nur sechs Kilo auf die Waage bringt. Wir haben den Ärzten zugesehen, wie sie sich mühen, diese Kinder durchzubringen, wie sie an jedem Werktag von morgens bis abends in den Ambulanzen Dienst tun, mit einer Übersetzerin an der Seite, unter einfachsten Umständen. Wir wissen, dass die „Ärzte für die Dritte Welt“ Howrah nicht in ein Paradies verwandeln werden. Aber sie helfen vielen, den 165 Wartenden an dem einen Tag und am nächsten und immerfort. Wir sind aufgewühlt zurückgekehrt, vieles in dieser schroffen Stadt ist uns rätselhaft geblieben. Aber wir vertrauen diesen Ärzten, dass sie das Geld der Leser sinnvoll verwenden werden.

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