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F.A.Z.-Leser helfen : Wie eine Trauergruppe hilft, den Tod des Partners zu verkraften

  • -Aktualisiert am

Zuflucht: Eine CD erinnert an einen Ehemann und Vater, der in der Musik immer ganz frei von Sorge gewesen sei. Bild: Frank Röth

Das Projekt Sternenzelt hilft Kindern, den Verlust eines Elternteils zu verarbeiten. Doch auch die hinterbliebenen Partner finden in der Trauergruppe Halt und Anschluss.

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          „Mein Liebster war ein Zocker vor dem Herrn“, setzt Kassandra Schmidt an und umklammert dabei einen Controller einer Spielekonsole. „Wenn neue Spiele rauskamen, hat er sich extra Urlaub genommen, um mit seinen Jungs in Ruhe spielen zu können, das war sein Freiraum, da konnte er richtig abschalten von mir und dem Kind.“ Er würde sich wohl riesig freuen, wenn er wüsste, dass seine Tochter sich nun nichts mehr wünscht als eine neue Konsole, sagt die junge Frau mit dem blonden Kurzhaarschnitt. Sie war 35, als ihr Mann im vergangenen Jahr starb. Ihren Namen und die der anderen Teilnehmerinnen der Trauergruppe des Projekts Sternenzelt haben wir geändert.

          Als die Tochter den Vater an einem Morgen wecken will, liegt er tot im Bett, da war sie fünf Jahre alt. Die Mutter ließ am Ende der Trauerfeier die Ausschaltgeräusche von verschiedenen Playstations ertönen. „Game over, das Spiel ist leider vorbei“, sagt die Witwe bei Kerzenlicht und Wildapfeltee in der Trauergruppe von Sternenzelt. Als die Tochter erfuhr, dass der Vater verbrannt werden soll, hat sie einen Zusammenbruch erlitten. „Da habe ich gemerkt, dass sie dringend Unterstützung braucht.“ In der Kita sei niemand gewesen, mit dem das Kind Trauer und Ängste teilen konnte, die Mutter ist Vollzeit berufstätig. Nach sechs Wochen fanden beide zu Sternenzelt.

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