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F.A.Z.-Leser helfen : „Ein guter Tag für die Arche“

  • -Aktualisiert am

Große Freude: Daniel Schröder (hinten) öffnet die neuen Räume für die Kinder der Arche. Bild: Lucas Bäuml

Drei Jahre nach der Spendenaktion „F.A.Z.-Leser helfen“ hat die Hilfsorganisation Arche ihren neuen Jugendbereich in der Nordweststadt eröffnet. Doch es gab einige Hindernisse.

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          Zwei Exemplare jeder auf dem Land lebenden Tierart sollen auf der Arche Noah Platz gefunden haben – ziemlich beengt. Auch bei der Arche Nordweststadt kennt man das. „Es war echt eng die letzten Jahre“, sagt Julia Hildebrandt, Standortleiterin der Arche in der Nordweststadt in Frankfurt, „aber das hat zum Glück jetzt ein Ende.“ Nach mehr als drei Jahren Bauverzögerungen, Renovierungsarbeiten und Uneinigkeiten mit dem Eigentümer ist nun der Jugendbereich der Arche Frankfurt eröffnet.

          Laptops, Musikanlage, moderne Schreibtische: Für Jugendliche ab 13 Jahren hat das Warten ein Ende. Bislang teilten sich die 70 bis 90 Kinder und Jugendlichen, die täglich die Arche besuchen, die Räumlichkeiten. „Die Älteren mussten lernen, während die Jüngeren direkt neben ihnen Fangen spielten. Eine angespannte Situation“, sagt Daniel Schröder, Regionalleiter der Arche Rhein-Main. Die neu geschaffene „Jugendarche“, wie die Räume genannt werden, ist nun explizit für Jugendliche bis 18 Jahre gedacht.

          Doch diesen Erfolg mussten sich Hildebrandt und ihr Team lang erarbeiten. Als die Arche den Mietvertrag unterschrieben hatte, waren die Räume eine Baustelle: „Es war Rohbau, es war Gerümpel und eine Tischtennisplatte. Und die Jugendlichen haben es gefeiert“, erinnert sich Hildebrandt. Lange war unklar, ob ein geeigneter Raum in der Nähe der bisherigen Arche gefunden werden könnte. Vor dem Umbau befand sich dort, wo nun gelernt und gechillt werden soll, ein afghanisches Lebensmittelgeschäft.

          Verpflegung, Lerncamps und Hausaufgabenbetreuung

          Der neu geschaffene Platz ist direkt durch den Eingang der Arche zu betreten. Im Raum stehen ein großer Tisch mit angrenzender kleiner Küchenzeile, eine Musikanlage und ein Beamer. Im vorderen Bereich führt eine Schiebetür in einen abtrennbaren Lernbereich für bis zu 15 Jugendliche. Am hinteren Ende gelangt man durch eine Tür in ein Arbeitszimmer mit acht Arbeitsplätzen mit je einem Laptop für Bewerbungen, Hausarbeiten oder einfaches Surfen im Internet.

          Neu gestalteter Jugendbereich: Daniel Schröder (l), Regionalleiter der Arche Rhein-Main und Standortleiterin Julia Hildebrandt sprechen zu den Gästen
          Neu gestalteter Jugendbereich: Daniel Schröder (l), Regionalleiter der Arche Rhein-Main und Standortleiterin Julia Hildebrandt sprechen zu den Gästen : Bild: Lucas Bäuml

          „Der Dank gilt den Lesern der F.A.Z.“, sagt Tilman Wittershagen, Vorsitzender des Freundeskreises der Arche Frankfurt. 2017 waren die Arche und ein Kinderheim in der Ukraine die Begünstigten in der Spendenaktion „F.A.Z.-Leser helfen“ gewesen. 616 418,40 Euro gaben die F.A.Z.-Leserinnen und Leser, die Hälfte ging an die Arche. „Wir sind total dankbar. Ich freue mich sehr, dass wir endlich das Geld ausgeben konnten“, sagt Schröder. 

          Die Arche in der Nordweststadt, weit entfernt von den gläsernen Fassaden der Hochhäuser im Frankfurter Zentrum gelegen, ist eine wichtige Institution im Stadtteil. Seit 10 Jahren bietet das Team den Kindern und Jugendlichen kostenlos zwei Mahlzeiten am Tag, Lerncamps, Hausaufgabenbetreuung und vieles mehr. Am wichtigsten sei jedoch die emotionale Versorgung, „ein offenes Ohr für die Anliegen der Kids“, sagt Schröder. Nach den offiziellen Grußworten wird der Jugendbereich für die Kinder eröffnet. Sie drängen durch den schmalen Eingang hinein und inspizieren jeden Winkel. 250 Familien wurden eingeladen, viele sind gekommen. Wittershagen fasst die Stimmung zusammen: „Dieser Tag ist ein guter Tag für die Arche. Wir sind gekommen, um zu bleiben.“

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