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Europaviertel : 157 Millionen Euro für die neue Linie

  • -Aktualisiert am

Wird an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen: das fertige Europaviertel Bild: Frank Röth

Die Häuser im neuen Frankfurter Stadtteil Europaviertel sind fertig. Jetzt kann endlich auch die U-Bahn dorthin gebaut werden. Das Geld dafür ist jedenfalls da.

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          Tarek Al-Wazir hat in knapp drei Jahren als hessischer Wirtschafts- und Verkehrsminister schon viele Förderbescheide übergeben. Aber noch nie einen so hohen wie gestern in Frankfurt. Die schriftliche Geldzusage für die 2,7 Kilometer lange U-Bahn ins Europaviertel mit ihren vier Stationen, die der Grünen-Politiker gestern im Informationspavillon am Güterplatz an Oberbürgermeister Peter Feldmann und Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (beide SPD) aushändigte, beläuft sich auf 157 Millionen Euro.

          Es ist der Zuschuss, den Bund und Land für das 281 Millionen Euro teure Verkehrsprojekt leisten. Vom Bund kommt mit 126 Millionen der größte Teil, gezahlt aus dem Topf des Gemeindeverkehrs-Finanzierungsgesetzes. Das Land Hessen gibt seinerseits 31 Millionen dazu. Die restlichen 124 Millionen bringen die Stadt und die Verkehrsgesellschaft Frankfurt auf, die Bauherrin ist. Verkehrsdezernent Oesterling wies darauf hin, dass die finanzielle Unterstützung durch das Land nicht selbstverständlich sei.

          Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr

          Laut Oberbürgermeister Feldmann gibt es im Europaviertel etwa 3800 Wohnungen, und es werde einmal über 30000 Arbeitsplätze verfügen. Die Bewohner und die Beschäftigten müssten Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr bekommen, was nun mit der neuen U-Bahn-Strecke geschehe.

          Offiziell heißt die U-Bahn in Frankfurt Stadtbahn. Denn sie fährt nicht überall unter der Erde, wie man an der geplanten Strecke sieht. Ihr erster Abschnitt vom Hauptbahnhof bis zur Station Güterplatz und dann weiter bis zur Emser Brücke verläuft unterirdisch. Um die beiden Röhren mit einem Durchmesser von jeweils sechs Metern zu bohren, wird eine eigens für diesen Zweck zu bauende sogenannte Tunnelvortriebsmaschine eingesetzt, wie sie auch beim Bau des Gotthard-Basistunnels und für das Bahnprojekt Stuttgart21 verwendet wurde beziehungsweise wird.

          Von der Emser Brücke an fährt die künftige U-Bahn dann oberirdisch und folgt dabei dem Verlauf der Europaallee. Dort befinden sich die Haltestellen Emser Brücke, Europagarten und Wohnpark. Den Europagarten zwischen den beiden letztgenannten Stationen unterquert die Trasse allerdings. Alle Stationen und Straßenübergänge sollen barrierefrei werden, für Sehbehinderte werden im Boden taktile Leitelemente verlegt.

          Großprojekt ohne finanzielle Unterstützung des Bundes

          Wie VGF-Geschäftsführer Thomas Wissgott mitteilte, kann seine Gesellschaft nun nach dem Erhalt des Förderbescheids die großen Aufträge für das Projekt vergeben. Man liege im Zeit- und Finanzplan. 2022 sollten die ersten Züge fahren.

          Für Minister Al-Wazir ist die Strecke ins Europaviertel ein Baustein beim Ausbau der Schieneninfrastruktur in Rhein-Main. „Wer die Region mobil halten will, muss das Schienennetz in Schuss bringen und ausbauen“, hob Al-Wazir hervor. Schritt für Schritt werde man nun die Versäumnisse der Vergangenheit beheben und die Schieneninfrastruktur ausbauen: „Das geht aber nicht von heute auf morgen.“

          Immerhin werde dem Ausbau des Knotens Frankfurt im neuen Bundesverkehrswegeplan ein „vordringlicher Bedarf“ bescheinigt, und der Bundestag habe jetzt die Gesetze zum Ausbau der Infrastruktur beschlossen. Das Frankfurter Projekt einer U-Bahn ins Europaviertel zeige beispielhaft, dass solche Großprojekte ohne finanzielle Unterstützung des Bundes nicht gemeistert werden könnten. Allein seien Frankfurt und Hessen dazu nicht in der Lage. Deshalb müsse das Gemeindeverkehrs-Finanzierungsgesetz über 2019 hinaus fortgeschrieben werden.

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