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Essstörungen in Corona-Zeiten : Wenn Mahlzeiten zur Schwerstarbeit werden

  • -Aktualisiert am

Banger Blick auf die Waage: Durch die Herausforderungen während Corona hatten mehr Kinder und Jugendliche mit Essstörungen zu kämpfen (Symbolbild). Bild: Getty

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind auch bei dem Verein „Balance – Beratung und Therapie bei Essstörungen“ deutlich zu spüren. Viele Kinder und Jugendliche suchen in der Krise nach Halt.

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          Sie ist zehn Jahre alt und stark untergewichtig. Wegen Krankheiten und Verlusterlebnissen in der Familie litt sie schon lange unter Überängstlichkeit und Phasen großer Traurigkeit. Seit Beginn der Corona-Krise sind die täglichen Mahlzeiten zur Schwerstarbeit geworden. Die Schule ist geschlossen, die beunruhigenden Nachrichten überschlagen sich, überall herrscht große Unsicherheit – all das schlägt ihr so sehr auf den Magen, dass sie kaum noch etwas essen kann. Zu Hause wird sie zudem von einem älteren Geschwisterkind dazu angehalten, es ihm gleichzutun und eine Diät zu machen.

          Der Verein „Balance – Beratung und Therapie bei Essstörungen“ in Frankfurt berät und therapiert seit 20 Jahren Kinder und Jugendliche mit Essstörungen. In den vergangenen Monaten hatte er deutlich mehr Anfragen zu verzeichnen als sonst. Jährlich sind es ungefähr 100 Familien, deren Kinder Beratung und Hilfe beim Verein Balance suchen. In diesem Jahr sind es bisher genauso viele – allerdings im Zeitraum von Mitte März bis Anfang Juli, also innerhalb weniger Monate.

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