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Erinnerungen an Bernhard Grzimek : Gemeinsam für den Schutz von Fröschen gekämpft

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Glücksfeen: Der kleine Elefant Zimba und Bernhard Grzimek ziehen im April 1985 im Frankfurter Zoo die Gewinner eines Preisausschreibens Bild: dpa

Heute wäre Bernhard Grzimek 100 Jahre alt geworden. Viele kennen ihn als Zoodirektor, Tierfilmer oder Fernseh-Star, der mit seiner Sendung „Ein Platz für Tiere“ eine ganze Generation begeisterte. Manfred Niekisch, Direktor des Zoologischen Gartens Frankfurt, kannte ihn persönlich.

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          Wie bedeutsam es war, Bernhard Grzimek überhaupt kennengelernt zu haben, wird mir erst jetzt, Jahre später, so richtig bewusst. Erinnerungen gibt es jedenfalls viele. Das fängt mit seiner Fernsehsendung an. Die habe ich damals immer auf einem Schwarzweißfernseher in einem Hinterzimmer im Haus unseres Gemüsehändlers geguckt. Jede Woche bin ich dort hingeschlichen. Die wohl stärkste Erinnerung an ihn ist aber eindeutig die erste Begegnung. Ich war ungefähr vierzehn und wollte mir im Frankfurter Zoo die Tiere anschauen. Und plötzlich sah ich ihn. Er stand dort, in einem dunklen, eleganten Mantel und einem Schal um den Hals. Er sah aus wie ein Dirigent. Als ich dann Jahrzehnte später bei einer Pressekonferenz neben ihm saß, war das ein unglaubliches Gefühl.

          Es gibt wohl keinen anderen prominenten Naturschützer, der eine vergleichbare Lebensleistung vorweisen kann. Ich habe ihn allerdings nie als Humoristen erlebt, der Leuten seine Scherzartikel untergejubelt hat, was vielleicht daran liegt, dass er schon etwas älter war, als wir uns richtig kennenlernten. Auf mich wirkte er immer sehr ernsthaft und bedächtig, ja, fast nachdenklich. Manchmal hat er sogar gezweifelt, dass die Natur gerettet werden kann. Aufgegeben hätte er aber nie.

          Großer Visionär

          Das einzige Mal, dass ich eine skurrile Seite an ihm erlebt hatte, war, als wir uns um das Thema „Froschschenkel“ kümmerten. Damit diese nicht mehr in Restaurants serviert wurden, initiierten wir eine Kampagne, die unter dem Motto „Lasst den Fröschen ihre Schenkel“ lief. Ich war damals Leiter der Artenschutzabteilung beim WWF. Wir ließen Aufkleber drucken, die wir verteilen wollten. Grzimek aber hatte eine viel bessere Idee: Er klebte sie einfach heimlich in die Speisekarten jedes Restaurants, das er besuchte. Das war meine erste größere Kampagne beim WWF. Unterstützung von Bernhard Grzimek zu bekommen, war natürlich toll. Aus heutiger Sicht ist ganz klar: Grzimek hat eine ganze Generation geprägt. Ohne ihn gäbe es den Frankfurter Zoo nicht mehr und der internationale Naturschutz hätte nie so große Aufmerksamkeit erfahren. Grzimek war ein großer Visionär.

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