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Amtsinhaberin gescheitert : Enrico Schleiff neuer Präsident der Goethe-Uni

Gewählt: Enrico Schleiff ist neuer Präsident der Goethe-Uni Bild: Helmut Fricke

Enrico Schleiff folgt auf Amtsinhaberin Birgitta Wolff: Die Frankfurter Universität bekommt einen neuen Präsidenten. Der Abstimmung waren heftige Streitigkeiten zwischen zwei Uni-Gremien vorausgegangen.

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          Die Frankfurter Goethe-Universität bekommt einen neuen Präsidenten. Nach drei spannenden Wahlgängen erhielt der Biologie-Professor Enrico Schleiff nach Informationen der F.A.Z. am Ende 18 der 34 Stimmen und damit die denkbar knappste Mehrheit. Zuvor hatte die noch bis zum 31. Dezember amtierende Präsidentin Birgitta Wolff ihre Kandidatur nach dem zweiten Wahlgang, in dem sie nur sechs Stimmen erhalten hatte, zurückgezogen.

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Wahl stand unter keinem guten Stern, hatte es doch in den vergangenen Wochen schon Streitigkeiten zwischen zwei Uni-Gremien gegeben. Denn die aus Mitgliedern des Senats und des Hochschulrats bestehende Findungskommission hatte außer Wolff und Schleiff noch Holger Horz und Jan Palmowski als mögliche Kandidaten vorgeschlagen. Der Hochschulrat ließ jedoch lediglich Wolff und Schleiff zu, was beim Senat auf heftige Kritik stieß. Daraufhin hatten sich einige Mitglieder des Senats nach Informationen der F.A.Z. entschieden, ungültige Stimmen abzugeben, um die Wahl zum Scheitern zu bringen.

          Die bisherige Uni-Präsidentin Birgitta Wolff ist bei der Wahl gescheitert.

          Zunächst sah es auch so aus, als würde dies gelingen. Im ersten Wahlgang entfielen acht Stimmen auf Wolff, zwölf auf Schleiff, 14 Stimmzettel waren ungültig. Im zweiten Durchgang kam Schleiff auf 15, Wolff nur noch auf sechs bei 13 ungültigen Stimmen. Da es in beiden Fällen keine Mehrheit für einen Kandidaten gab, setzte Versammlungsleiter Manfred Schubert-Zsilavecz einen dritten Wahlgang an. Zuvor hatte es allerdings auf Antrag einer Senatorin eine einstündige Aussprache gegeben.

          „Das Beste für die Universität“

          An deren Ende erklärte Birgitta Wolff ihren Rückzug. Sie sei zu der Auffassung gekommen, dies sei das Beste für die Universität, sagte sie Teilnehmern der Wahl zufolge. Sie wolle nicht an ihrem Amt kleben und habe den Eindruck, eine gute Saat gelegt zu haben, damit sich die Universität auf dieser Basis gut entwickeln könne.

          Im dritten Wahlgang erhielt Schleiff, Jahrgang 1971, dann die nötigen 18 bei 16 ungültigen Stimmen und nahm die Wahl an. Seine sechsjährige Amtszeit beginnt am 1. Januar 2021. Schleiff war zwischen 2012 und 2018 Vizepräsident der Goethe-Uni. Vor der Wahl hatte der Professor gesagt, sich im Fall eines Wahlsiegs für „Forschung auf höchstem Niveau“ einsetzen zu wollen. Aber auch zeitgemäße Lehre, Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, der Wissenstransfer in die Gesellschaft und der digitale Fortschritt an der Universität seien ihm wichtig, hieß es.

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