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Empfang zum 85. Geburtstag : Ein großer Kommunikator und Naturfreund: Ehrenbürger Bruno H. Schubert

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Mittwochs gegen Mittag macht sich Stadtdekan Raban Tilmann so manches Mal "auf die Reise in ein Abenteuer" - nach Sachsenhausen. Aufgefordert, am Tisch von Bruno H. Schubert Platz zu nehmen, plaudert ...

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          Mittwochs gegen Mittag macht sich Stadtdekan Raban Tilmann so manches Mal "auf die Reise in ein Abenteuer" - nach Sachsenhausen. Aufgefordert, am Tisch von Bruno H. Schubert Platz zu nehmen, plaudert er dann mit dem ehemaligen Bundesbankpräsidenten, dem Landgerichtspräsidenten, einem katholischen Flughafenpfarrer, Konsuln, Ärzten und Rechtsanwälten. Bei seinen berühmten Mittagessen baue Schubert als diplomatischer Gastgeber Brücken zwischen allen gesellschaftlichen Feldern und verhelfe so zu einzigartigen neuen Erkentnissen, sagte Tilmann am Dienstag. Beim Empfang im Kaisersaal des Römer aus Anlaß des 85. Geburtstags des Frankfurter Ehrenbürgers Schubert hoben auch alle Redner diese Fähigkeit hervor. Der "große Kommunikator" besitze eine "legendäre Fähigkeit zur Freundschaft", resümierte der Schubert-Biograph und einstige Kulturdezernent Hilmar Hoffmann (SPD).

          Schubert, geboren am 25. Oktober 1919 in Frankfurt als ältester von acht Brüdern, hat viele Titel und Auszeichnungen: Der Mann im Unruhestand ist Generalkonsul von Chile, Mäzen, Stifter, Naturschützer und ehemaliger Besitzer der Henninger-Brauerei, von der er sich schon mit 60 Jahren trennte. Derart ausgestattet mit "relativem Wohlstand", habe er daraus die Pflicht abgleitet, sich für die Gesellschaft zu engagieren, sagte Hoffmann. Auch der frühere Außenminister und Vizekanzler Hans-Dietrich Genscher (FDP) betonte, Schubert habe die Verantwortungsethik des Grundgesetzes verstanden und nach der moralischen Katastrophe Deutschlands auch zum Aufbau neuen Vertrauens in der Welt beigetragen. Die beiden verbindet seit Anfang der siebziger Jahre und durch gemeinsame Reisen nach Südamerika eine enge Freundschaft. Genscher war und ist oft zu Gast auf dem "Bogensberg", Schuberts Sommerresidenz im Berchtesgadener Land. Hierhin habe er trotz großer umweltpolitischer Bedenken Schuberts sogar Freunde mit dem Hubschrauber einfliegen lassen dürfen, berichtete Laudator Genscher am Dienstag vor rund 200 Gästen.

          Denn neben den Menschen gilt das Interesse des gelernten Brauereifachmanns den Tieren und der Natur. Schubert half 1980 mit, den World Wildlife Fund Deutschland zu gründen. Drei Jahre später folgte die Stiftung zur Erhaltung von Natur und Umwelt. 1989 stiftete er eine Professur für Umweltforschung an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt, die ihn zum Ehrensenator ernannt hat. Aber auch andere Frankfurter Institutionen wie der Zoo oder der Palmengarten wurden von ihm unterstützt.

          Seit 2002 einer von drei aktiven Ehrenbürgern der Stadt Frankfurt, sei Schubert ein Meister in der "Praxis des kommunikativen Handelns", sagte Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU). Die "lebende Legende" sei mit "ungebrochener Vitalität" ausgestattet und ein Vulkan an Energie und sprudelnden Ideen, bescheinigte Hoffmann dem Senior. Derart gelobt, ist der Jubilar nach eigenem Bekunden zur Zeit "wunschlos glücklich". (uph.)

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