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Empfang im Römer : Siegreiche Frankfurt Lions träumen jetzt vom Superdome

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So einen Abschluß seiner Karriere hatte sich Paul Stanton erhofft - doch nicht im entferntesten davon zu träumen gewagt, wie er später frei heraus einräumte. Als der kanadische Eishockeyprofi am Freitag ...

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          So einen Abschluß seiner Karriere hatte sich Paul Stanton erhofft - doch nicht im entferntesten davon zu träumen gewagt, wie er später frei heraus einräumte. Als der kanadische Eishockeyprofi am Freitag abend unter dem ohrenbetäubenden Lärm, den die Zuschauer am Ratsweg veranstalteten, zum Abschluß seiner fast zwei Jahrzehnte dauernden Laufbahn den beinahe anderthalb Meter hohen und mehrere Kilogramm schweren Silberpokal der Deutschen Eishockey Liga (DEL)in die Höhe stemmte, "ging ein Traum in Erfüllung", sagte der Routinier und Kapitän der Frankfurt Lions. Noch ein paar Wochen wird er in der Stadt bleiben, warten bis die Kinder Riley (7 Jahre alt) und Elizabeth (4) mit der internationalen Schule fertig sind und der Umzug der Familie nach Florida organisiert ist.

          Dann, im Sommer will er sich in erster Linie seinem Hobby, dem Hochseeangeln im Golf von Mexiko, widmen und von Herbst an am Computer verfolgen, wie es ohne ihn mit seinen alten Kollegen weitergeht: "Sie sind mir alle ans Herz gewachsen", sagte er am Wochenende. "Ich werde manch einen von ihnen wirklich vermissen." Wenn die Sehnsucht zu groß werden sollte, kann sich Stanton vermutlich jederzeit in ein Flugzeug setzen und bedenkenlos davon ausgehen, daß ihm sein alter Arbeitgeber für die Zeit seiner Besuche in Hessen Freikarten ausstellen wird. "Paul Stanton war ein Vorbild an Kampfgeist und Leidenschaft in dieser Saison", zollte ihm Manager Lance Nethery Respekt, "er kann später von sich behaupten, im richtigen Moment und mit erhobenem Kopf zurückgetreten zu sein." Die Fans ließen auch Stanton nicht nur bei seiner ganz persönlichen Ehrenrunde immer wieder hochleben. "Es war fantastisch, zu sehen, wie unsere Anhänger uns unterstützt haben", sagte Meistermacher Rich Chernomaz nach dem entscheidenden 4:3-Sieg gegen die favorisierten Eisbären Berlin mit feuchten Augen. In seinem ersten Jahr in Frankfurt führte der Coach die "Löwen" gleich zum ersten Titel - dabei waren die Hessen im Vorjahr eigentlich sportlich abgestiegen und nur wegen des wirtschaftlich bedingten Ausstiegs der Schwenninger Wild Wings in der DEL geblieben. "Das ist der Wahnsinn. 2003 in den Play-downs, jetzt Meister - unglaublich", sagte Chernomaz, nahm eine Sektdusche und sauste zusammen mit seinen Spielern zur obligatorischen Siegeshymne "We are the Champions" über das Eis. Ein großes Kompliment gab es von Petra Roth, die das Spiel auf der Tribüne verfolgt hatte. "Wir sind alle stolz auf diese Mannschaft", sagte die Oberbürgermeisterin, die das Team am Montag um 16.30 Uhr zur Ehrung im Römer und zur Fortsetzung der Feierlichkeiten empfangen wird.

          Unterdessen kündigte der Eigentümer der Lions, Alleingesellschafter Gerd Schröder, in einem Gespräch mit dieser Zeitung an, daß die Pläne von einem Superdome in Frankfurt noch nicht vom Tisch seien. "Die Stadt hat die Tür nicht zugeschlagen", sagte er. Ein weiteres Gespräch mit Petra Roth stehe bevor, außerdem komme er "gut klar" mit Wilhelm Speckhardt (CDU), dem Bürgermeister von Eschborn. Auch Eschborn sei ein möglicher guter Standort für eine multifunktionale Arena. "Wir haben drei oder vier Möglichkeiten", verkündete Schröder. MARC HEINRICH

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