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Protest gegen Neuordnung : Eltern wundern sich über Klassengrößen in der Pandemie

  • -Aktualisiert am

Nach den vielen Wochen mit Wechselunterricht und Homeschooling müssen viele Kinder Unterrichtsstoff aufholen. Bild: dpa

Hessens Kultusminister hat ein „Schuljahr des Aufholens“ versprochen. Umso mehr wundern sich Eltern einer Frankfurter Grundschule, dass ihre Kinder im letzten Grundschuljahr in neuen, größeren Klassen lernen sollen.

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          „In einem normalen Jahr hätten wir so eine Maßnahme eher akzeptiert“, sagt Markus Flacke. Sein Sohn geht in die Klasse 3b der Comeniusschule im Nordend. In welche Klasse der Junge nächstes Schuljahr gehen wird, weiß Flacke noch nicht. Denn aus vier Klassen sollen im nächsten Jahr drei werden. Die Eltern sehen darin eine zusätzliche Belastung für ihre Kinder, die bereits während der zurückliegenden 16 Monate Pandemie über ihre Grenzen gegangen seien. Besonders ärgern sie sich darüber, dass ihren Kindern abermals Verunsicherungen zugemutet werden, obwohl der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU) erst am 15. Juni in einer Regierungserklärung das kommende Schuljahr als „Schuljahr des Aufholens“ ausgerufen hat. Doch statt die inhaltlichen und sozialen Rückstände des vergangenen Jahres aufholen zu können, würden die Kinder durch die Zusammenlegung in ihrem letzten Grundschuljahr erneut ausgebremst.

          Der Grund für die Zusammenlegung ist der sogenannte Klassenteiler. In Hessen beträgt er 25. Das ist die Höchstzahl an Schülern in einer Grundschulklasse. Die Menge an Schülern geteilt durch 25 ergibt die Menge an Klassen, die in einem Jahrgang gebildet werden. In den meisten Fällen verändert sich die Anzahl der Klassen während der Schullaufbahn nicht. Liegt ein Jahrgang aber beispielsweise mit 76 Schülern knapp über der Grenze, werden vier Klassen mit relativ wenig Schülern gebildet. Verlassen Kinder die Schule, kann die Menge unter diese Grenze rutschen. In diesem Fall teilt das Kultusministerium der Schule mit, dass fortan nur noch drei Klassen zu bilden seien. So wie nun an der Comeniusschule.

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