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Bevölkerung in Frankfurt : Corona bremst Wachstum der Stadt

Folge der Corona-Pandemie: Das Wachstum der Frankfurter Einwohnerzahl hat sich verlangsamt. (Symbolbild) Bild: Lando Hass

Die Bevölkerungszahl der Mainmetropole steigt deutlich langsamer als in den vergangenen Jahren. Das Bürgeramt für Statistik und Wahlen führt das auf die Corona-Pandemie zurück.

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          Die Bevölkerung in Frankfurt wächst weiter – wegen der Corona-Pandemie allerdings deutlich langsamer als in den vergangenen Jahren. Nach Angaben der städtischen Statistiker lebten zum jüngsten Stichtag am 30. Juni exakt 758.917 Menschen in der mit Abstand größten hessischen Stadt. Das waren lediglich 343 mehr als zu Jahresbeginn. Das sei eine Folge von Corona, teilt das Bürgeramt Statistik und Wahlen mit. Die Menschen seien wegen der Pandemie nicht mehr so mobil: „Deutlich weniger Arbeitsplatzwechsel und damit weniger Zuzüge nach Frankfurt sowie stark eingeschränkte Einreisen aus dem Ausland haben das seit über zwei Jahrzehnten anhaltende Frankfurter Bevölkerungswachstum um 92 Prozent einbrechen lassen“, erläutert der zuständige Stadtrat Jan Schneider (CDU). Zu berücksichtigen sei dabei auch, dass das Frankfurter Bürgeramt am 17. März auf Notbetrieb umgestellt habe und erst am 4. Mai wiedereröffnet worden sei. Deshalb würden Zuzüge aus dem ersten Halbjahr eventuell noch nachträglich gemeldet. Im ersten Halbjahr 2019 war die Bevölkerungszahl der Statistik zufolge um 4473 gestiegen.

          50,4 Prozent der Frankfurter Bevölkerung sind weiblich. Knapp 227.000 Einwohner sind Ausländer, das entspricht einer Quote von 29,9 Prozent. Von diesen wiederum stammen 44,3 Prozent aus EU-Staaten. Die größte Ausländergruppe stellen die Türken mit rund 25.000. Es folgen Kroaten (gut 16.000), Italiener (etwa 15.000), Polen (knapp 12.000) und Rumänen (fast 11.000).

          Während die Zahl der deutschen Frankfurter laut Schneider in den ersten sechs Monaten um 763 gestiegen ist, gibt es bei den ausländischen Frankfurtern erstmals seit mehr als zehn Jahren einen Rückgang. Betroffen seien fast alle Staatsangehörigkeiten. Besonders stark sei der Einbruch bei den japanischen Staatsangehörigen. Deren Zahl sei um 8,3 Prozent auf 3130 gesunken. Einen deutlichen Rückgang verzeichnet die Statistik außerdem bei den britischen Staatsangehörigen, deren Zahl prozentual sogar am stärksten zurückging – und zwar um 9,1 Prozent auf 2086. Grund dafür dürften Staatsangehörigkeitswechsel wegen des Brexits sein.

          Die bevölkerungsreichsten Stadtteile sind Bockenheim und Gallus mit jeweils rund 42.000 Einwohnern. Die wenigsten Frankfurter leben im Bahnhofsviertel (knapp 3600) und in Berkersheim (gut 3900). In absoluten Zahlen am stärksten gewachsen ist in den ersten sechs Monaten 2020 der Stadtteil Niederrad (plus 346), die meisten Einwohner verloren hat Fechenheim (minus 247). In der Statistik sind 47 Frankfurter Stadtteile erfasst, der Flughafen ist in den Zahlen von Sachsenhausen-Süd enthalten.

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