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Obdachlosenhilfe : Eine Nonne kämpft sich durch

Chefin mit Chefzimmer: Noch leitet Schwester Sigrid Ehrlich das Haus Lichtblick, bald muss sie aber einem Nachfolger Platz machen. Bild: Michael Braunschädel

Drei Jahrzehnte hat Schwester Sigrid Ehrlich Obdachlosen in Wohnprojekten ein Zuhause gegeben. Jetzt soll die Caritas ihre Mission fortführen – doch sie setzt sich nicht zur Ruhe.

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          Wenn Schwester Sigrid Ehrlich einem das „Chef-Zimmer“ zeigt, tritt man nicht in ein Büro, sondern in die Kapelle im Keller vom Haus Lichtblick. Jeden Morgen hält sie dort Andacht und plant den Tag. Sie leitet das Haus Lichtblick, ein Wohnangebot für Obdachlose an der Eschersheimer Landstraße, seit mehr als 20 Jahren. „Ich durfte mehr als 300 Personen aus der Obdachlosigkeit führen“, sagt die Dreiundachtzigjährige im Habit mit einem großen roten Kreuz auf der Brust. Von April an muss sie jedoch in die zweite Reihe treten, die Caritas übernimmt das Haus, das zuvor vom Verein „Lichtblick aktiv Schwester Sigrid“ mit der Schwester als Vorsitzender getragen wurde.

          Theresa Weiß
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          So ganz einverstanden ist sie damit nicht. Sie will eigentlich weitermachen. Es sei klar gewesen, dass es eine Nachfolge braucht, jetzt, wo sie 83 Jahre alt ist. Aber: „Es geht um die Art, wie Christen miteinander umgehen, das ist die –“, sie senkt die Stimme, und ihr rutscht ein gängiges Schimpfwort heraus.

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