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Ehemaliger OB Volker Hauff : „Es war der Versuch einer Erpressung“

In Amt und Würden: Hauff bei seiner Amtseinführung am 15. Juni 1989 Bild: Lutz Kleinhans

Vor drei Jahrzehnten trat Volker Hauff nach nur zwei Jahren als Frankfurter Oberbürgermeister zurück. Jetzt spricht er über die Hintergründe die zu der Entscheidung führten.

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          Unter den Oberbürgermeistern Frankfurts zählt er zu denen mit einer besonders kurzen Amtszeit: Volker Hauff, der von 1989 bis 1991 die Stadt regierte. Bei der Kommunalwahl im Jahr des Mauerfalls hatten die Bürger die CDU abgewählt, SPD und Grüne begründeten erstmals ein Bündnis in der Stadtverordnetenversammlung, das sogleich den Sozialdemokraten Hauff zum Stadtoberhaupt wählte – die Direktwahl gab es damals noch nicht. Doch zwei Jahre später war alles vorbei. Hauff trat am 11. März 1991 zurück, sein Nachfolger wurde Andreas von Schoeler, ebenfalls SPD.

          Manfred Köhler
          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Aber warum legte Hauff, zumindest für Außenstehende überraschend, sein Amt im März 1991 nieder? Es hat sich die Formulierung eingebürgert, er sei entnervt zurückgetreten, entnervt von seiner eigenen Partei, und so war es auch vor einigen Wochen in einem Rückblick auf die Jahre von Rot-Grün in Frankfurt an dieser Stelle zu lesen. Ein Beitrag, der auch den inzwischen 80 Jahre alten Hauff erreicht hat, der in Köln lebt. Und eine Formulierung, die er nicht mag, wie er sagt. Von entnervt könne keine Rede sein. Jetzt, nach drei Jahrzehnten, wolle er endlich die Wahrheit sagen: Es habe den Versuch einer Erpressung gegeben. Und zwar von Politikern der SPD.

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