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„Keine Sozialpolizei“ : Kritik an „Repression“ im Frankfurter Bahnhofsviertel

Rauschgiftkonsum im Bahnhofsviertel: Frankfurt ist ein begehrtes Ziel zahlreicher Drogensüchtiger. Bild: Francois Klein

Die Sicherheitskräfte in Frankfurt wollen stärker gegen die Drogenszene im Bahnhofsviertel vorgehen. Viele Anlieger fordern das nachdrücklich. Doch es gibt auch Gegner dieser neuen Linie.

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          Die Fraktion der Linken im Römer hat das von Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) und der Polizei angekündigte härtere Vorgehen im Bahnhofsviertel kritisiert. „Die sozialen Probleme im Bahnhofsviertel werden nicht durch Repressionen gelöst. Dass die Probleme der Menschen durch die Corona-Krise verschärft wurden, hat auch damit zu tun, dass die Menschen von der Stadt im Stich gelassen wurden“, äußert die Fraktionsvorsitzende Dominike Pauli.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Statt darüber zu diskutieren, wie die Polizei vorzugehen habe, „sollten wir darüber sprechen, warum Menschen in einer reichen Stadt wie Frankfurt im Müll schlafen oder auf offener Straße ihr Geschäft verrichten müssen“. Pauli forderte „soziale Antworten“ darauf, wie am Frankfurter Weg erfolgreich festgehalten werden könne. Der zunehmende Druck auf die Drogenszene resultiert ihrer Ansicht nach auch aus der „fortschreitenden Gentrifizierung des Viertels“.

          Gesundheitsdezernent will keine „Sozialpolizei“

          Ähnlich hatte sich am Montag auch der für die Drogenpolitik zuständige Dezernent Stefan Majer (Die Grünen) geäußert. Er sagte, er wolle keine „Sozialpolizei“, sondern weiterhin Angebote, um Drogenkranke aus der Sucht herauszuholen. Zudem sieht auch Majer die Gentrifizierung als Problem.

          Den Erfolg des Frankfurter Wegs machte er an der niedrigen Zahl von Drogentoten fest: Im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Großstädten stürben in Frankfurt jedes Jahr nur noch 20 bis 30Menschen an ihrer Drogensucht. In den neunziger Jahren seien es mitunter bis zu 150 Drogentote gewesen.

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