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Dreikönigskirche in Frankfurt : Geheimnis in der Kirchturmspitze

Vom Himmel hoch: Mit einem 91 Meter langen Autokran wurde das Turmkreuz der Dreikönigskirche geborgen und zur Erde gebracht. Bild: Lakuntza, Nerea

3,2 Millionen Euro steckt die Stadt Frankfurt in die Sanierung des Turms der Dreikönigskirche. Dabei wurden in der Turmkugel Kassetten mit alten Dokumenten gefunden – und eine 140 Jahre alte Flüssigkeit.

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          Der Bolzen fehlt. Morgens um 9 Uhr kann der Autokran noch nicht aufgerichtet werden. Der Ausleger schwebt wie eine sehr lange gelbe Luftschlange niedrig über der Oppenheimer Straße in Sachsenhausen. Dann bringt ein Mitarbeiter endlich den kleinen Metallstift mit dem Auto vorbei, und das 91 Meter hohe Ungetüm wird aufgerichtet und in Position gebracht. Jetzt kann es losgehen: Mithilfe des riesigen Autokrans soll das Turmkreuz von der 75 Meter hohen Spitze der Dreikönigskirche nach unten gebracht werden.

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Es ist fast windstill, der Himmel klar, die Bedingungen sind ideal. Doch es zieht sich. Das Turmkreuz kann nämlich nicht einfach an einem Stück zu Boden schweben. Weil der Ausleger des Krans in dieser Höhe höchstens eine Tonne heben darf, musste das gusseiserne Turmkreuz in seine Einzelteile zerlegt werden. Die Nieten, Klammern und Verbindungen wurden entfernt. Und so schweben zunächst nur die Seitenarme und die Verzierungen Stück für Stück hinab auf den Boden. Der Kran setzt sie auf einer Holzplatte ab. Wer die erstaunlich klein wirkenden, aber höllisch schweren Teile anzuheben versucht, der versteht, dass die Beteiligten kein Risiko eingehen wollen – von den Mitarbeitern des Amts für Bau und Immobilien über die Kranfahrer des Unternehmens Eisele, die Architekten der Planungsgruppe Darmstadt und die Restauratoren der Werkstatt für Denkmalpflege Mühlhausen. Sie alle und einige neugierige Passanten stehen auf dem Gehweg und recken die Hälse.

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