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Digitales Frankfurt : Der lange Weg zur Smart City

Pilotprojekt: Eine App soll Lieferanten staufrei durch Frankfurt lotsen (Symbolbild). Bild: dpa

Mit der Digitalisierungsstrategie soll Frankfurt zu einer Stadt werden, in der neue digitale Anwendungen klug eingesetzt werden. Das wird noch Jahre dauern.

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          Dass sich andere für viel smarter halten und Frankfurt zuletzt beim Thema Digitalisierung im Städtevergleich mittelmäßig bis schlecht abschnitt, bringt Stadtrat Jan Schneider (CDU) nicht aus der Ruhe. Es sei zwar richtig, dass andere Städte schon vor Jahren Pläne für den Wandel zur Smart City vorgelegt hätten. Aber die enthielten häufig vor allem große Visionen und nur wenig konkrete Projekte, sagte der fürs Bauen sowie Reformprojekte, Bürgerservice und IT zuständige Dezernent, als er am Montag seinen Entwurf einer „Gesamtstädtischen Digitalisierungsstrategie“ der Öffentlichkeit vorlegte.

          Inga Janović
          Redakteurin im Regionalteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortliche Redakteurin des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Das 160 Seiten starke Papier, das Stadt und Parlament nun diskutieren sollen, entstand nicht in einer stillen Amtsstube, sondern ist das Ergebnis eines Beteiligungsprozesses, der schon vor einem Jahr begonnen hat.

          Bürger, die städtischen Dezernate und Ämter ebenso wie die stadteigenen Gesellschaften, die Frankfurter Hochschulen und Unternehmen, haben in Online-Befragungen und in größeren und kleineren Beratungsrunden Grundsätze und Projekte zusammengetragen, die auch aus Frankfurt in einigen Jahren eine Stadt machen sollen, die die Vorteile neuer digitaler Anwendungen klug einsetzt.

          „Wir wollen smarte Technologien nutzen, um bessere Lebensbedingungen in der Stadt zu schaffen“, sagte Schneider. Das könne die Stadt allerdings nicht allein, „dieses Ziel ist nur gemeinsam zu erreichen“. Deshalb habe man zuerst alle Akteure zusammengerufen, um nun einen konkreten Plan vorlegen zu können, der aus mehr als nur Wünschen und Vorstellungen bestehe.

          Lange Vorlaufzeiten für Innovationen

          Aber selbst mit vereinten Kräften, das wird aus der Lektüre deutlich, liegt das Ziel noch Jahre entfernt. Dabei mangelt es nicht an Ideen, wo sich überall Daten, Apps und Computer sinnvoll einsetzen ließen, um mehr Komfort und Service für Bewohner und Besucher zu schaffen und dennoch Ressourcen zu sparen. Einiges gibt es auch bereits: Die Digitalisierung der Verwaltung ist in vollem Gange, der Energieversorger Mainova schafft notwendige Infrastruktur, indem er ein Funknetz für Sensordaten aufbaut und damit erste Modellprojekte betreibt. Die Verkehrszentrale „Mainziel.de“ kann minutengenaue Daten aus den Straßen der Stadt liefern, um nur einige Beispiele zu nennen.

          Die nächsten Innovationen sind nun in der Strategie beschrieben, doch hinter diesen 14 Pilotprojekten stehen Jahre, bis sie nutzbar sein werden. So dauert es beispielsweise gut zweieinhalb Jahre, bis eine App fertig programmiert ist, die Besucher wie Lieferanten staufrei zu Großveranstaltungen in der Stadt lotsen soll. Und in knapp vier Jahren könnte es möglich sein, dass eine oder mehrere Stadtbüchereien so ausgestattet sind, dass Leser sich dort rund um die Uhr und ganz allein ihre Bücher abholen könnten. Fünf Jahre etwa braucht es, um Datenbanken für ein besseres Management aller stadteigenen Gebäude oder der Straßen und Wege aufzubauen. Und selbst eine App, über die sich Quartiere vernetzen könnten, hat eine dreijährige Vorlaufzeit.

          Und natürlich kostet die digitale Zukunft Geld, und es braucht Menschen, die den Weg dorthin planen. Im Idealfall, so haben es Berater aus den Erfahrungen anderer Städte berechnet, brauchte die in Schneiders Dezernat angesiedelte „Stabsstelle Digitalisierung“ für die Koordination der Pilotprojekte und der darüber hinausgehenden Ideen zehn Mitarbeiter mehr und ein zusätzliches Budget in Höhe von drei Millionen Euro im Jahr.

          In Anbetracht der angespannten Haushaltslage will Schneider die Stadtverordneten allerdings erst einmal nur um fünf neue Mitarbeiter und einen Etat von zwei Millionen Euro bitten. Etwa eine Million Euro stehe schon bereit, damit könnten einige Projekte zumindest begonnen werden.

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