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Digital-Offensive beim RMV : Eine neue App und ein „Sparpass“

  • -Aktualisiert am

Digitalisierung beim Rhein-Main-Verkehrsbund: Die neue „RMVgo“-App soll den Alltag der Passagiere erleichtern. Bild: Finn Winkler

„RMVgo“ heißt die neue App des Rhein-Main-Verkehrsbundes, die vom 17. Oktober an abrufbar ist. Sie soll übersichtlicher und leichter zu handhaben sein als die alte und mehr Funktionen bieten.

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          Noch leidet der öffentliche Nahverkehr unter den Folgen der Pandemie. Während die Debatte um eine Nachfolgeregelung für das 9-Euro-Ticket in vollem Gange und die Finanzierung der in Bund, Land und Kommunen propagierten Mobilitätswende alles andere als sichergestellt ist, verkündet der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) zwei Neuerungen für die Region: eine neue App, die vom 17. Oktober an abrufbar sein soll, und ein neues Rabattangebot zum 1. Januar.

          Ralf Euler
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die App mit dem Namen RMVgo soll übersichtlicher und leichter zu handhaben sein und die Verbindungssuche sowie den Fahrkartenkauf erleichtern. Der neue, zum Jahreswechsel angebotene „RMV-Sparpass“ kann für zehn Euro und 30 Tage erworben werden und bietet auf Kurzstrecken, für Einzel- und Tagesfahrkarten im Erwachsenentarif jeweils 25 Prozent Rabatt. Die Rabattfunktion kann in die RMVgo-App oder auf ein E-Ticket geladen werden. Der Kauf ist über die App, an Fahrkartenautomaten und in Vertriebsstellen möglich.

          Fahrräder, Scooter und Autos buchbar

          Die Preisvergünstigung ist auf die seit Beginn der Pandemie steigende Zahl von im Homeoffice Beschäftigten und Wochenendpendler zugeschnitten, die Bus und Bahn nicht jeden Tag nutzen. „Gerade für Fahrgäste, die mehrmals im Monat aus der Region nach Frankfurt pendeln und dabei etwas längere Strecken zurücklegen, lohnt sich das Rabattangebot“, argumentierte der RMV-Aufsichtsrat, als er die Preisreduzierung im vergangenen Juni ankündigte.

          Rund fünf Millionen Euro hat der Verkehrsverbund in die RMVgo-App investiert. Neu darin sind unter anderem der erstmalige Vorverkauf von Zeitkarten, wie Wochen- und Monatskarten, und eine Alarmfunktion, die die Nutzer über Verspätungen und Betriebsstörungen auf der von ihnen ausgewählten Verbindung informiert. Außerdem können die Kunden zwischen einer Listen- und einer Kartenansicht bei der Fahrplanauskunft wählen und favorisierte Verbindungen speichern. Eine Karte auf dem Startbildschirm sorgt nach RMV-Angaben für einen direkten Überblick über die nächstgelegenen Haltestellen. Für die Weiterfahrt von der Zielstation aus können Leihfahrräder, E-Scooter oder Carsharing-Fahrzeuge gebucht werden, die auf der Bildschirmkarte angezeigt werden. Der Nutzer der RMVgo-App wird in diesem Fall auf die Applikation des gewählten Anbieters weitergeleitet. In den nächsten Monaten, so kündigte RMV-Geschäftsführer Knut Ringat am Mittwoch an, würden weitere Inhalte und Funktionen in die RMVgo-App aufgenommen; beispielsweise die On-Demand-Angebote von bei Bedarf abrufbaren Kleinbussen. „Eine App für alles“, sagte Ringat.

          Die seit zwölf Jahren offerierte bisherige RMV-App ist in App-Stores vom 17. Oktober an nicht mehr verfügbar, kann aber noch bis Jahresende weiter genutzt werden. Sie wurde nach Angaben des Verkehrsverbundes seit dem Jahr 2010 mehr als vier Millionen Mal heruntergeladen. Seit Beginn der Pandemie hätten die digitalen Angebote noch an Bedeutung gewonnen, sagte RMV-Geschäftsführer Ringat. Bis zu 4,5 Millionen Euro betrage der monatliche Umsatz über die App, was etwa zehn Prozent des Gesamtumsatzes des Verkehrsverbundes entspreche; in anderen deutschen Verkehrsverbünden liege der Anteil im Durchschnitt erst bei vier Prozent. Ringat will die „digitale Erfolgsstrategie“ des RMV fortsetzen und hofft, den auf elektronischem Weg verkauften Anteil von Fahrkarten in den nächsten Jahren auf 30 bis 50 Prozent erhöhen zu können.

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