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Psychische Spätfolgen : Die vererbten Traumata der Kriegsenkel

  • -Aktualisiert am

Der Vater fehlt, die Not ist groß: Eine Familie in der Nachkriegszeit Bild: Marcus Kaufhold

Ihr Leben ist durch das Leid und die Entbehrungen der Eltern und Großeltern geprägt. Die Kriegsenkel tragen den Schrecken der Familie in sich. Doch sie sind die erste Generation, die sich aktiv Hilfe von außen holt.

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          Als Martina Schmitt vor Weihnachten die Krippe aufgestellt und das Christbäumchen dekoriert hat, dachte sie an ihre Mutter. „Weihnachten war für meine Mutter immer sehr wichtig, alles lief in strengen Regeln“, erinnert sich die Fünfundfünfzigjährige, die ihren richtigen Namen nicht in der Zeitung lesen will. „Weihnachten war das Fest der Liebe.“

          Liebe hat Schmitt sonst selten von ihrer Mutter erfahren. „Sie konnte nicht loben, nicht streicheln und nicht drücken“, sagt sie. „Wenn ich gesagt habe, drück mich doch mal, dann war ihre Umarmung steril, ich hätte auch eine Schaufensterpuppe oder einen Roboter drücken können.“ In materieller Hinsicht habe es ihr als Kind an nichts Wesentlichem gefehlt, ihre Eltern hätten alles ihnen Mögliche für sie und ihren Bruder getan. Nur mit den Gefühlen, da hätten sie Probleme gehabt. Das geht ihr heute selbst so. „Ich bastle dann oder male oder koche“, sagt sie. „Aber ich kann nicht sagen ‚Ich liebe dich‘.“

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