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Ausgezeichnete Arbeit: Katharina Iskandar berichtet über Fälle von Rechtsextremismus und Terrorismus im Rhein-Main-Gebiet.

Frankfurter Bahnhofsviertel : Die Stadt und der Drogentourismus

Juni 2020: Ein drogenkranker Mann sitzt an der Taunusstraße. Damals war die Situation schon absehbar. Bild: Maximilian von Lachner

Was muss noch passieren, damit die Politik das Bahnhofsviertel auf ihre Agenda setzt? Helfen am Ende nur radikale Lösungen?

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          Immer dann, wenn man meint, zum Bahnhofsviertel sei alles gesagt, über den Müll, über die Drogen, über die illegale Prostitution und die üblen Gerüche, die einen durch die Straßen verfolgen, tut sich doch wieder ein neuer Aspekt auf. Zum Beispiel geschehen Vorfälle wie dieser: Ein aus dem Drogenmilieu bekannter Gewalttäter mietet sich ein Zimmer in einem Hotel an der Moselstraße, zwingt zwei Prostituierte, Rauschgift zu konsumieren, und bedroht sie mit einem Messer. Die Polizei wird gerufen, das Spezialeinsatzkommando kommt und erschießt den Mann. Es wäre falsch, wenn man behaupten würde, dass solche Einsätze, zumal mit derartigem Ende, häufig vorkommen im Bahnhofsviertel. Aber es ist sicherlich richtig, wenn man sagt, dass es einen nicht verwundert, dass sich dieser Fall ausgerechnet dort zugetragen hat.

          Man könnte weitere Fälle aufzählen. Zum Beispiel den jenes Mannes, der vor einem Monat von einer Gruppe von Männern überfallen und ausgeraubt wurde. Jemand hatte die Tat gefilmt und ins Internet gestellt. Das Opfer, das sich an nichts erinnern konnte, erkannte sich schließlich in dem Video selbst und meldete sich Tage später bei der Polizei. Oder die Tat, die sich vor etwas längerer Zeit, im Januar vergangenen Jahres, ereignet hat. Ein Mann, der lange als Drogenkonsument bekannt war und gerade aus der Psychiatrie entlassen wurde, durchquert, mit einem Messer bewaffnet, das Viertel und sticht wahllos auf Passanten ein. Darunter ist ein 78 Jahre alter Mann. Er stirbt.

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