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Stadtverordnetenversammlung : Die Partei sorgt für Eklat

Ein Parlament verlässt den Saal: Nico Wehnemann (am Rednerpult) sorgt für einen Eklat. Bild: Wonge Bergmann

Was darf Satire? Die Frankfurter Stadtverordneten fanden die Ausführungen von Nico Wehnemann jedenfalls respektlos. Der Stadtverordnete der Partei „die Partei“ sorgte für einhelligen Protest.

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          Selten ist man sich in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung einig. Doch am Donnerstag, nachdem die neuen Dezernentinnen und Dezernenten erstmals nach ihrer Wahl auf der „Regierungsbank“ im Sitzungssaal in den Stadtwerken Platz genommen hatten, hatte ein Antrag, der eigentlich am Mittag noch schnell zurückgezogen worden war, bereits einen Eklat ausgelöst. Es war der Antrag 74 der Satire-Fraktion Die Fraktion, den die meisten Stadtverordneten weder satirisch noch witzig fanden. Das ging so weit, dass die Stadtverordneten zwischenzeitlich demonstrativ den Sitzungssaal verließen, als der Stadtverordnete Nico Wehnemann als Urheber des Antrags an das Rednerpult trat. Eine Seltenheit im Plenum.

          Martin Benninghoff
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          In dem Antrag mit dem Titel „Zugang zu kostenfreien Menstruationsartikeln ermöglichen“ beschrieb die Fraktion um Wehnemann Menstruation „als eine natürliche, menstruierenden Menschen auferlegte Last“. Für Empörung sorgte allerdings vor allem der Satz „Die Menstruation abzuschaffen, wäre nur durch eine landesweite kostenlose Uterusentfernungsaktion möglich“. Ursula Busch, die Fraktionsvorsitzende der SPD, nannte diese Formulierung wie auch den gesamten Text schon im Ältestenausschuss am Nachmittag eine „Schande“. „Wenn man keine Satire kann, dann soll man es lassen oder lernen.“ Ähnlich sah es Tina Zapf-Rodriguez, die Fraktionsvorsitzende der Grünen. Sie sprach in einem engagierten Statement von „Frauenverachtung“. Die meisten Fraktionen schlossen sich dieser Einschätzung an.

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