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Die Kommunalwahl & Ich : Der Gastwirt fordert Pflege der Zeil

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Sein Herz schlägt für die Eintracht: Konstantinos Laios ist 46 Jahre alt und Wirt des „Apfelwein Frank“. Seine Eltern waren Kürschner im Bahnhofsviertel. Bild: Sieber, Laila

Konstantinos Laios ist Wirt des „Apfelwein Frank“. Er findet, dass die Stadt Frankfurt etwas tun muss, damit die Gastronomie nach Corona wieder auf die Beine kommt.

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          Am 14. März sind die Kommunalwahlen in Hessen. Bis dahin bekommen Wähler in der Serie „Die Kommunalwahl & ich“ die Chance, ihre Sicht auf die Wahlen zu schildern.

          Wir sind momentan in einer schwierigen Situation. Nicht nur in Frankfurt, sondern weltweit. Corona trifft uns alle, da interessiert sich keiner für Kommunalpolitik. Was macht es schon aus, ob ein Fahrradweg gebaut wird oder nicht, wenn überall die Wirtschaft den Bach runtergeht, wenn es keine Arbeitsplätze mehr gibt? Bei mir im „Apfelwein Frank“ arbeiten normalerweise Studenten als Minijobber – die verdienen momentan gar nichts mehr.

          Die Stadt Frankfurt sollte sich lieber schon jetzt überlegen, wie es nach der Krise weitergeht. Zum Beispiel mit dem Wohnraum. So viele Firmen haben mit Homeoffice angefangen. Da werden die ganzen Büros bald nicht mehr gebraucht. Der Messeturm steht schon jetzt halb leer, habe ich gehört. Wie wäre es, da Wohnungen reinzubauen? Bevor man Neubaugebiete macht, sollte man doch erst mal schauen, ob irgendwo was frei wird.

          Ich bin nun wirklich Sportfan, Hardcore-Eintrachtler und so, aber wenn ich mir die Diskussion um die Multifunktionshalle anhöre, dann frage ich mich, ob es nichts Wichtigeres gibt. Ist das jetzt die Frage, ob wir die Halle am Flughafen oder am Kaiserlei bauen? Wir müssten uns erst mal um die Zeil kümmern. Wenn die Geschäfte da zumachen, dann ist die Zeil tot, und dann sieht es in der Innenstadt auch für meine Kollegen aus der Gastronomie schlecht aus.

          Schon vor Corona war auf der Zeil abends, wenn die Geschäfte zuhaben, tote Hose. Kein Wunder, wenn sich da dann Leute sammeln, die Stress machen. Man hätte sich schon früher überlegen können, ob man in die Innenstadt mehr Wohnungen integriert. Vielleicht klappt das jetzt, wenn Karstadt auszieht. Die Frage ist halt, wer da einziehen will.

          Vermutlich niemand, solange die Zeil ein Brennpunkt ist. Und man muss überlegen, wie das erst wird, wenn die ganzen Wirte pleite gemacht haben. Deshalb muss die Stadt etwas tun, damit die Gastronomie nach Corona wieder auf die Beine kommt. Ich mach mir um mich selbst keine Sorgen, das wird schon wieder. Aber viele andere haben schon aufgegeben.

          Aufgezeichnet von Matthias Trautsch

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