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Sieg in Frankfurt : Nouripour holt erstes grünes Direktmandat in Hessen

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Sieger in Frankfurt: Omid Nouripour zieht als Wahlkreissieger in den Bundestag ein, Deborah Düring muss auf die Liste hoffen. Bild: Helmut Fricke

Das war nur in Berlin gelungen: Erstmals in ihrer Geschichte gewinnen die Grünen bei einer Bundestagswahl in Hessen einen Wahlkreis. Omid Nouripour setzt sich in seinem Frankfurter Wahlkreis durch. Den zweiten Frankfurter Wahlkreis gewinnt der SPD-Kandidat.

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          Die Grünen haben erstmals bei Bundestagswahlen ein Direktmandat in Hessen errungen: Der Frankfurter Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour hat den Wahlkreis 183, einen von zwei Wahlkreisen in der Stadt, mit gut 29 Prozent der Erststimmen für sich entschieden und sich dabei mit deutlichem Vorsprung unter anderem gegen den zweitplatzierten SPD-Kandidaten Kaweh Mansoori und die CDU-Bewerberin Bettina Wiesmann durchgesetzt. Nouripour muss deshalb nicht seinen Listenplatz  in Anspruch nehmen, um wie bereits in den vergangenen drei Legislaturperioden in den Bundestag einzuziehen.

          „Das ist ein Vertrauensbeweis, den ich mir erhofft habe und dennoch nicht davon zu träumen gewagt habe“, sagte Nouripour. „Das ist ein unglaubliches Gefühl, das Vertrauen der Frankfurter erlangt zu haben, gerade auch vor dem Hintergrund meiner Biografie – und es ist zugleich eine Verpflichtung.“ Nouripour ist in Teheran  geboren und mit 13 Jahren nach Frankfurt am Main gezogen.

          Zuvor nur in Berlin Direktmandate

          Nouripour hatte den ersten Sieg in einem Wahlkreis als Wahlziel ausgegeben, war nach dem Stimmungshoch zugunsten der Grünen im Frühjahr indes zuletzt skeptisch, ob sich das Ziel verwirklichen lasse. 

          Vor dieser Bundestagswahl war es lediglich dem früheren Grünen-Bundestagsabgeordneten Hans-Christian Ströbele sowie 2017 dessen Nachfolgerin Canan Bayram im Berliner Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg wiederholt gelungen, ein Direktmandat zu erringen. In Baden-Württemberg haben die Grünen, die dort den Ministerpräsident Winfried Kretschmann stellen, nun gleich mehrere Wahlkreise für sich entschieden vornehmlich in den Städten des Landes wie Stuttgart, Freiburg, Ulm, Karlsruhe oder Heidelberg. Auch in Nordrhein-Westfalen mit Bonn oder Münster oder auch in Hamburg sowie in einem Münchner Wahlkreis bewiesen die Grünen ihre Wettbewerbsfähigkeit in in urbanen Wahlkreisen an.

          Armand Zorn gewinnt zweiten Frankfurter Wahlkreis

          Den zweiten Frankfurter Wahlkreis entschied überraschend deutlich der 33 Jahre alte SPD-Kandidat Armand Zorn mit 29 Prozent der Stimmen für sich. Auch dieser Wahlkreis 182 war zuvor in CDU-Hand, der bisherige Abgeordnete Matthias Zimmer wurde aber parteiintern nicht mehr nominiert. Sein Nachfolger Axel Kaufmann erzielte nun weniger als 22 Prozent der Stimmen und blieb somit ebenso chancenlos wie die Grünen-Kandidatin Deborah Düring, die aber über die Landesliste in den Bundestag einziehen dürfte.

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