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Reanimierte SPD in Frankfurt : Luft und Steine

Gerade sieht es rosig für die Frankfurter SPD aus. Doch dass sie kein Ballon im Bundestrend ist, wird sie erst beweisen müssen. Bild: ddp

Die Frankfurter SPD ist auferstanden. Kann sie aus eigener Kraft stehenbleiben? Die kommunale Parteispitze arbeitet daran. Doch sie muss zeigen, dass die Ergebnisse in Frankfurt nicht allein vom Bundestrend abhängig sind.

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          Als Armand Zorn am Wahlabend unter dem roten Pavillon vor der Frankfurter Bar Moloko steht, weiß er noch nicht, dass er am nächsten Abend in einen Zug nach Berlin steigen wird. Aber der 33 Jahre alte Direktkandidat weiß schon, dass die SPD bei der Bundestagswahl die stärkste Kraft geworden ist. Zumindest, wenn die Prognose stimmt, die gerade über die Leinwand drinnen in der Bar geflimmert ist. Als der schwarze Balken um 18 Uhr bei 24 Prozent verharrt und der rote bis 26 klettert, vereinigen sich die Stimmen der hier versammelten Genossen zu einem kraftvollen „Ja!“. Kurz darauf bekundet ein junges Parteimitglied: „Ich bin jetzt schon heiser!“ Solche Glücksmomente sind für nicht wenige Frankfurter Sozialdemokraten eine gänzlich neue Erfahrung.

          Florentine Fritzen
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die SPD habe auch in Frankfurt hart gearbeitet, sich programmatisch und personell neu aufgestellt, sagt Zorn. Der Andrang zur 2-G-Wahlparty ist groß. Eigentlich wollten mehr kommen, als ins Moloko passen. „Als wir Ende März nominiert wurden, hat uns der ein oder andere angeschaut, als ob wir Visionen hätten.“ Wir, das sind Zorn selbst und Kaweh Mansoori, der im zweiten Frankfurter Bundestagswahlkreis für die Sozialdemokraten angetreten ist.

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