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Frankfurter Wahrzeichen : Die ersten 14 Meter Goetheturm stehen

Aufbauarbeit: Der neue Goetheturm nimmt Formen an Bild: Hannah Aders

Im Herbst 2017 brannte der Goetheturm im Frankfurter Stadtwald nieder. Jetzt nimmt die Neuauflage des Wahrzeichens Form an. Erste Holzteile sind bereits montiert.

          3 Min.

          Nur der Farbton wird ein anderer sein. Der neue Goetheturm wird zumindest anfangs ganz hell und am Rand des Frankfurter Stadtwaldes in Sachsenhausen sehr leicht auszumachen sein. Mit den Jahren wird das Holz der Edelkastanien, das für die Rekonstruktion des Frankfurter Wahrzeichens ausgewählt wurde, allmählich verwittern und damit grau werden. Doch so dunkel, fast schwarz, wie das Original von 1931, das mit Teeröl imprägniert wurde, wird der neue Goetheturm nie aussehen. Das ist allerdings einer der ganz wenigen sichtbaren Kompromisse, die die Stadt eingehen musste. Ansonsten wird der Aussichtsturm auf dem Sachsenhäuser Berg, von dem sich Besuchern ein wunderbarer Blick über die ganze Stadt bietet, von seiner Konstruktion, der Höhe von 43 Metern und auch vom gewählten Material her, so aussehen wie der alte.

          Mechthild Harting
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das entspricht dem Wunsch der Frankfurter. Kurz nachdem der Turm im Oktober 2017 durch Brandstiftung vollständig zerstört wurde, gaben bei einer Online-Umfrage 78 Prozent der Teilnehmer an, sie wünschten sich den neuen Goetheturm so „originalgetreu wie möglich“. Dabei hatten Frankfurter Architekten schon gleich sehr futuristische Entwürfe präsentiert, um den Turm, der aus Anlass des 100. Todestags von Johann Wolfgang von Goethe errichtet worden war, in die Moderne zu überführen. Wie sehr die Frankfurter an dem Bauwerk hängen, das bei seiner Errichtung der höchste Holzturm Deutschlands war – mittlerweile steht in Magdeburg einer, der auf 60 Meter kommt – , ist erst dieser Tage wieder deutlich geworden.

          „Diese emotionale Verbundenheit überrascht“

          Als am Montag die beauftragte Holzbaufirma die vorgefertigten Teile aus sogenanntem Brettschichtholz anlieferte, kamen sie in großer Zahl an die Baustelle, um sich das Material anzuschauen und die Firma und ihre Arbeit in den Blick zu nehmen. Das hat das Unternehmen nach eigenen Angaben andernorts noch nicht erlebt. Und man habe schon vieles errichtet. „Diese emotionale Verbundenheit überrascht“, sagte der für den Turmbau Verantwortliche. Es sei ganz offensichtlich, dass dieser Turm für Frankfurt ein nicht alltägliches Bauwerk sei.

          Tatsächlich ist es eine Maßanfertigung. Während sich die Optik am historischen Vorbild orientiert und es unter anderem die 196 Treppenstufen und keinen Aufzug geben wird, so ist die technische Seite des Turms auf dem neuesten Stand. Für nachfolgende Generationen solle die Instandhaltung und das Ersetzen einzelner Elemente so einfach wie möglich sein, sagte Baudezernent Jan Schneider (CDU) am Mittwoch beim Baustellentermin, bei dem er die ersten 14 Meter des neuen Goetheturms präsentierte. Bis Ende Juli sollen die weiteren Elemente des Turms zusammengebaut werden und dann Ende Juli mit Hilfe eines Krans in einem Stück auf die ersten 14 Meter aufgesetzt zu werden.

          Treppe aus Stahl konstruiert

          Zu den technischen Neuerungen gehört, dass beim neuen Turm alle Verbindungselemente aus Stahl sein werden und auch die Treppe so aus Stahl konstruiert ist, dass einzelne Elemente leicht ausgetauscht werden können. Die Treppenstufen selbst sind aus Eichenholz. Vor allem wird das Holz nicht mehr mit Teeröl imprägniert. Nicht nur, dass dies heute nicht mehr erlaubt ist. Das Teeröl hat nach Angaben von Schneider wesentlich dazu beigetragen, dass in den frühen Morgenstunden des 12. Oktober 2017 der Turm so lichterloh wie eine Fackel brannte.

          An diesen Augenblick erinnert sich Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Die Grünen) ungern. Geweint habe sie, als sie sah, wie dieser „Sehnsuchtsort“ vieler Frankfurter in Flammen aufging. Die hätten nicht nur mit Emotionen, sondern auch mit einer großen Spendenbereitschaft reagiert. 200.000 Euro sind zusammengekommen. Künftig wird der Turm durch einen Zaun und Überwachungstechnik gesichert. Für Heilig steht fest: „Der Turm darf nie mehr brennen.“ Zumal der oder die Brandstifter, die möglicherweise auch andere Holzbauwerke in der Stadt niedergebrannt haben, bis heute nicht gefasst wurden.

          Auf 2,4 Millionen Euro belaufen sich die Kosten für den neuen Turm. Rund 2,1 Millionen Euro zahlt die Versicherung. Abzüglich der Spenden der Bürger muss die Stadt noch 100.000 Euro aufbringen. Der Bürgermeister der Stadt Neu-Isenburg, der ebenfalls zu dem Termin gekommen war, sagte zu, sich auch noch an den Kosten beteiligen zu wollen. Schließlich sei der Goetheturm auch für die Isenburger ein beliebtes Ausflugsziel. Im Oktober soll der Turm eröffnet werden.

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