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DFB-Pokalsieg der Eintracht : Frankfurt feiert hupend und ohne Fahnen

Bild: dpa

Erst mit leichter Verzögerung bricht sich in Frankfurt die Freude über den Pokalerfolg der Eintracht Bahn – die Überraschung über den unerwarteten Triumph ist auch am Main spürbar. Entsprechend unvorbereitet sind die Fans.

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          Klar, alle haben sie gestanden vor dem Ecklokal neben dem Römer und auf den Fernseher gestarrt, die zahlenden Gäste und die, die eigentlich vorbeigehen wollten und jetzt doch für diesen Moment ihr Abendprogramm unterbrochen haben, sie haben kurz gejubelt, aber dann ist es auch nach dem historischem Sieg der Eintracht in der Frankfurter Innenstadt noch lange ruhig. Die ersten Fußballfans, die sich eine Viertelstunde nach dem Abpfiff an der Hauptwache sehen lassen, sind ausgerechnet drei Jungs im Bayern-Trikot, woher auch immer sie nun gerade kommen mögen, "einfach weitergehen", ruft der eine tapfer seinen Kollegen zu, "Flagge zeigen". 

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Wenn das so einfach wäre. Die Repräsentanten des Verlierers aus dem Süden haben keine, was jetzt in diesem Moment sehr zu verschmerzen ist, aber leider fehlt auch den Siegern die nötige Ausstattung. Eine halbe Stunde nach dem Abpfiff ist an der Hauptwache zwar endlich zu spüren, dass dies die Stadt des unverhofften Pokalsiegers ist, die Kulisse besteht nicht mehr bloß aus eisessenden Pärchen und Jungs, die an ihren Handys hängen und sich sonst für nichts interessieren. Endlich fahren erst einzelne, dann Dutzende Autos am Roßmarkt vorbei und auf die Hauptwache zu und biegen dann in die Katharinenpforte ein, hupend, klar, in einer Tour hupend, die Fahrer winkend, aber eine Fahne hat nur ein einziger und einen Schal ein einziger zweiter. Es hatte halt niemand mit diesem Sieg gerechnet, es wäre ja sonst eine Kleinigkeit gewesen, sich die für einen zünftigen Autokorso notwendige Ausstattung zu besorgen. 

          So aber bleibt es laut und farblos – auch in Sachsenhausen, wo ebenfalls ein paar Autofahrer hupen und nun tatsächlich ein paar junge Fans laut rufend über die Schweizer Straße ziehen, olé Eintracht, olé, mitten auf der Straße, die Autofahrer lassen sie gewähren. Die meisten, die an diesem Abend unterwegs sind, lassen sich aber nicht aus der Ruhe bringen; keine besonderen Vorkommnisse, so meldet die Polizei kurz vor Mitternacht. Wenn am Sonntag um 18 Uhr die siegreiche Mannschaft auf dem Römerberg empfangen wird, dann wird die Begeisterung sicherlich größer sein. Und bis dahin werden sich doch wohl noch auch ein paar Eintracht-Fahnen gefunden haben.

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