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Nach Unwetterchaos : Ab Freitagmittag wieder Regenschauer und Gewitter

  • Aktualisiert am

Gewaltige Blitze - ein gefährliches Spektakel Bild: dpa/obs/Björn Goldhausen

Nach dem Unwetterchaos vom Donnerstag normalisiert sich die Lage. Doch der Deutsche Wetterdienst erwartet für Freitagmittag schon wieder Regenschauer und Gewitter.

          Flugausfälle in Stuttgart und Frankfurt, überflutete Straßen und Keller: Im Südwesten, in Hessen und Nordrhein-Westfalen haben am Donnerstagabend wieder heftige Unwetter gewütet. In der Nacht zum Freitag klangen die Gewitter ab - doch die Verschnaufpause währt wohl nur kurz. Ab Mittag rechnen die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wieder mit Schauern und Gewittern. Lokal herrsche wieder Unwettergefahr, teilte der DWD auf seiner Homepage mit.

          Am Stuttgarter Flughafen war am Donnerstagabend wegen des Unwetters über Stunden die Abfertigung eingestellt. „Ich gehe davon aus, dass der Betrieb am Freitag normal stattfinden wird“, sagte ein Polizeisprecher am Freitagmorgen. Passagiere und Mitarbeiter hatten am Abend in Flugzeugen, Fahrzeugen oder im Gebäude gewartet. Mehrere Flüge waren annulliert worden.

          Ein Fahrzeug, in dem ein Mitarbeiter des Airports saß, wurde vom Blitz getroffen. Der Mitarbeiter wurde in ein Krankenhaus gebracht. Wie schwer er verletzt wurde, war zunächst nicht bekannt.

          „Innerhalb von kürzester Zeit waren in Stuttgart Straßen, Keller und Unterführungen überflutet“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Stuttgart am Freitagmorgen. Auch in Reutlingen, Esslingen und Mannheim war die Feuerwehr am Donnerstagabend zu zahlreichen Einsätzen ausgerückt. Keller liefen voll, Straßen waren überflutet. Auf der Autobahn 81 bei Ludwigsburg gab es mehrere Unfälle nach Aquaplaning. Zwei Autofahrer verletzten sich leicht.

          Auf der Flucht: Passanten in Frankfurt

          In Hessen traf es vor allem das Rhein-Main-Gebiet. Am Frankfurter Flughafen konnten am Abend zeitweise keine Flugzeuge mehr starten und landen. Laut Flughafenbetreiber Fraport fielen rund 180 Flüge aus. In einem Frankfurter Krankenhaus legte nach Polizeiangaben ein vom Starkregen ausgelöster Stromausfall den Betrieb größtenteils lahm. Große Teile der Klinik mussten evakuiert werden, wie ein Polizeisprecher sagte.

          Eine Unterführung im Frankfurter Gallusviertel

          Ein Teil der Gleise im Tiefgeschoss des Frankfurter Hauptbahnhofs musste wegen eindringenden Wassers gesperrt werden, teilte eine Sprecherin der Deutschen Bahn mit. Zeitweise seien drei von vier S-Bahn-Gleisen im Hauptbahnhof gesperrt gewesen. Außerdem sorgte ein Blitzeinschlag am Bahnhof in Frankfurt-Höchst nach Angaben des Rhein-Main-Verkehrsverbundes für Ausfälle und Verspätungen bei den S-Bahnen und Regionalbahnen.

          In Südhessen verursachte der Starkregen einen Verkehrsunfall mit zwei Leichtverletzten. Fotos zeigten, wie in der Ortschaft Etzen-Gesäß im Odenwald Anwohner durch überflutete Straßen wateten.

          In Nordrhein-Westfalen waren vor allem das Sauerland, das Ruhrgebiet und das Rheinland betroffen. In Plettenberg im Nordwesten des Sauerlandes führte Starkregen nach Polizeiangaben zu Ausfällen von Ampelanlagen, vollgelaufenen Kellern und hochgedrückten Gullydeckeln. „Die Lage hatte sich zum Abend wieder beruhigt“, sagte eine Polizeisprecherin am frühen Freitagmorgen.

          In Bonn brannten zwei Dachstühle nach Blitzeinschlägen, wie die Feuerwehr mitteilte. Verletzte gab es nicht. Die Einsatzkräfte hatten zudem mit vollgelaufenen Kellern und durch Blitzschläge verursachten Baumbränden zu kämpfen.

          Auch in Bayern kam es zu Überflutungen, vor allem in Oberbayern und Oberfranken sowie München. „Im Vergleich zum letzten Unwetter vor einer Woche war es ein kleineres Unwetter“, sagte ein Sprecher der zuständigen Rettungsleitstelle in Ingolstadt. Zunächst habe es 60 Einsätze verschiedener Feuerwehren gegeben. 120 Notrufe gingen ein. Demnach standen Keller und Straßen unter Wasser. Außerdem fielen Bäume auf Fahrbahnen. In Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz hatten die Feuerwehren ebenfalls mit gefluteten Kellern und Straßen zu kämpfen. Außerdem gab es dort einen Erdrutsch.

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