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Zeitenwende bei Deutsche Bank : Wichtige Verwurzelung in Frankfurt

Leuchtturm am Finanzplatz: die Deutsche Bank in Frankfurt Bild: AP

Die Deutsche Bank steht nach schwierigen Jahren wieder stabiler da. Doch einige Herausforderungen bleiben. Dabei ist es umso wichtiger, dass die Bank den globalen Anspruch des Hauses und die feste Verwurzelung in Frankfurt in Einklang bringt.

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          Viel Hohn und Spott mussten Manager, aber auch andere Mitarbeiter der Deutschen Bank in den vergangenen Jahren über sich ergehen lassen, gerade am Finanzplatz Frankfurt. Der Stolz, den viele Beschäftigte einst zeigten, weil sie Teil der größten Bank Deutschlands waren, eines global erfolgreichen Konzerns, wich bei vielen einer Mischung aus Scham über Skandale und Ärger über Managementfehler und zugleich der Sehnsucht nach besseren Zeiten.

          Diese scheinen nun angebrochen zu sein, und das ist eine gute Nachricht für Frankfurt. Der Finanzplatz mit seinen 70.000 Arbeitsplätzen ist weiterhin einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Stadt sowie der Region und zudem ein Imageträger sowie ein identitätsstiftendes Element. Doch um im weltweiten Wettbewerb um Geldströme und die Ansiedlung weiterer Banken zu bestehen, braucht der Finanzplatz Leuchttürme, deren Strahlkraft über die Region, ja sogar über Deutschland und Europa hinausreicht. Die Commerzbank vermag diese Rolle nur noch bedingt auszufüllen.

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          Eine unlösbare Verbindung

          Doch ist es wichtig, auch für die nationale Kundschaft, dass der Finanzplatz einen gesunden Branchenführer vorweisen kann, der selbst in Übersee wahr- und ernst genommen wird. Schließlich galt schon immer, dass einheimische Großbanken gerade mittelständische Betriebe ins Ausland begleiten sollten.

          Nach dem Brexit arbeitet Frankfurt weiterhin daran, sich als internationales Finanzzentrum im Herzen eines wirtschaftsstarken Europas zu positionieren. Auf diesem langen Weg hilft es, wenn die Deutsche Bank zeigt, dass man von Frankfurt aus erfolgreich ein globales Geschäft betreiben kann.

          Mit Christian Sewing hat ausgerechnet ein Mann aus den eigenen Reihen das Kreditinstitut aus der schwersten Krise der vergangenen Jahrzehnte hinaus- und zu neuer Stabilität geführt. Dass Sewing zugleich die Interessen der ganzen Branche an der Spitze des Deutschen Bankenverbands vertritt, zeigt abermals die unlösbare Verbindung zwischen dem Finanzstandort Frankfurt und einem seiner – neben der Börse – wichtigsten Akteure.

          Es ist kein Zufall, dass der Absturz der Deutschen zur Krisen-Bank in den Achtzigerjahren begann, als sich das Haus zunehmend gedanklich von seinem Konzernsitz am Main entfernte. Umso wichtiger, dass es der Bank unter Sewing nun gelingt, zwei Pole miteinander zu verbinden: den globalen Anspruch des Hauses einerseits und die feste Verwurzelung in Frankfurt andererseits.

          Daniel Schleidt
          Koordinator der Wirtschaftsredaktion in der Rhein-Main-Zeitung.

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