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Deutsche Bank : „Green Towers“ im Herzen Frankfurts

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So sollen die „Green Towers” der Deutschen Bank einmal aussehen Bild: Deutsche Bank

Das Herz der Deutschen Bank wird grün. Der 155 Meter hohe, blau-silber verspiegelte Doppelturm in der Frankfurter Innenstadt wird unter anderem mit wassergekühlten Klimadecken und einer Dreifachverglasung mit 4000 Einzelelementen versehen. Dort wieder einziehen können die Banker etwa Mitte 2010.

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          Sechs bis sieben Zentimeter werden für viele Angestellte der Deutschen Bank in Zukunft einen großen Unterschied ausmachen. So weit nämlich können die Mitarbeiter in der Zentrale des größten deutschen Kreditinstituts künftig jedes zweite Fenster öffnen und so für frische Luft in ihren Büros sorgen. Zusammen mit den wassergefüllten Klimadecken führt die kleine Änderung dazu, dass die Lüftung deutlich weniger Luft umschlagen muss und so weniger als die Hälfte des bisher benötigten Stroms verbraucht.

          Das Herz der Deutschen Bank - der 155 Meter hohe, blau-silber verspiegelte Doppelturm in der Frankfurter Innenstadt - wird grün. Die ausstellbaren Fenster sind nur einer von vielen Schritten, die nach dem Willen der Deutschen Bank aus einem klimaschädlichen Hochhaus ein weltweites Vorbild für nachhaltiges Bauen machen sollen. „Der Umbau soll Beispiel geben, weit über Frankfurt und die Region Rhein-Main“ hinaus“, hat Vorstandsmitglied Hermann-Josef Lamberti als Richtung vorgegeben.

          Sanierung oder Totalabriss waren die Alternativen

          Für die veranschlagten 200 Millionen Euro werden mancherorts auch ganz neue Hochhäuser hochgezogen, doch die Deutsche Bank hat das Rechnen nicht verlernt: Eine umfassende Sanierung oder Totalabriss waren die Alternativen, nachdem 2006 festgestellt wurde, dass die Türme „Soll“ und „Haben“ nicht mehr den verschärften Brandschutzvorschriften entsprechen. Die Veränderungen durch den Umbau sind nun so gravierend, dass man an diesem Montag zu einem Richtfest geladen hat, zu dem unter anderem die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) erschien.

          Seit mehr als einem Jahr wird der Doppelturm im Westend saniert
          Seit mehr als einem Jahr wird der Doppelturm im Westend saniert : Bild: ©Helmut Fricke

          In den winkeligen, für beide Türme identischen Grundriss hat der Mailänder Architekt und Designer Mario Bellini so ziemlich alles geplant, was gut, teuer und nachhaltig ist: So erhält das Gebäude komplett neue Fahrstühle, die auf ihrem Weg nach unten zusätzliche Energie gewinnen und ins Netz einspeisen. Regenwasser wird gesammelt, um damit Toiletten zu spülen. Beleuchtung und Computer werden nach neuesten Erkenntnissen und sogar von den Beschäftigten selbst gesteuert. In der Gesamtheit will die Deutsche Bank in dem Gebäude mehr als die Hälfte des bisherigen Energieverbrauchs einsparen und den Ausstoß von Kohlendioxid im gleichen Ausmaß verringern.

          Dreifachverglasung mit 4000 Einzelelementen

          Am meisten Energie spart die Bank aber beim Heizen und Kühlen. Oftmals gleichzeitig wurde in den alten Türmen auf der Sonnenseite die Klimaanlage angeschmissen und auf der Schattenseite geheizt. Im umgebauten Gebäude werden unter anderem die Betonmassen als Wärmespeicher genutzt, der bei Bedarf an anderer Stelle angezapft werden kann. Die neue Dreifachverglasung mit 4000 Einzelelementen isoliert wesentlich besser als die alte Haut, sieht aber von außen nahezu gleich aus. Lange hatte man über die richtige Farbe gerätselt. „Das größte Lob war, wenn die Leute gefragt haben, ob denn da nun noch die alten oder schon die neuen Platten hingen“, berichtet Banksprecher Klaus Thoma aus der Bauphase.
          Verzichtet hat das Institut hingegen auf eine Stromerzeugung an der Fassade mit Hilfe einer Photovoltaikanlage. Zum einen passten die dunklen Platten nicht in das gewünschte stahlblaue Erscheinungsbild und zum anderen zweifelten die Fachleute an der Effizienz.

          In den Genuss der neuen Büros werden die Deutschbänker erst in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres kommen. Von oben nach unten ziehen die auf mehrere andere Bürostandorte verteilten Geldexperten wieder in die alte, neue Zentrale, wo im Zuge der Umbauten auch zusätzliche Flächen gewonnen wurden. Mit mehr als 3000 Arbeitsplätzen wird der Doppelturm dann so intensiv wie noch nie genutzt. Die Bank hofft als Lohn für ihre Umweltbemühungen auf die höchste, bislang noch nicht vergebene Auszeichung des „U.S. Green Building Council“ für umweltfreundliche Gebäude in Platin.

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