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Deutsche Annington : „Die lassen die Wohnungen verkommen“

Angeschlagen: Wohnungen der Deutschen Annington an der Henriette-Fürth-Straße in Frankfurt. Bild: Wolfgang Eilmes

An der Henriette-Fürth-Straße in der Frankfurter Siedlung Goldstein ist niemand gut auf das Wohnungsunternehmen Deutsche Annington zu sprechen. „Die Treppenhäuser vergammeln, Reparaturen werden verschlampt. Die lässt es verkommen.“

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          An der Henriette-Fürth-Straße in der Frankfurter Siedlung Goldstein ist niemand gut auf das Wohnungsunternehmen Deutsche Annington zu sprechen. Ein Rentner in kurzen Hosen, der 1964 in einen der einst für Postbeamte errichteten Wohnblocks gezogen ist, schimpft nicht nur auf „die Zigeuner“, sondern auch auf „die Annington“: „Die Treppenhäuser vergammeln, Reparaturen werden verschlampt. Die lässt es verkommen.“ Vor einem neunstöckigen Wohnblock lädt ein freundlicher, südländisch aussehender Mann, der als Gebäudereiniger arbeitet, sein Auto aus. In seiner Wohnung funktioniere die Heizung nicht richtig, berichtet er. „Und wenn der Aufzug kaputt ist, müssen wir vier Wochen laufen, bis jemand kommt.“ Die derben Flüche eines Imbiss-Besitzers auf „die Annington“ sind nicht zitierfähig.

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Vor zehn Jahren hat die Deutsche Annington, hinter der der britische Finanzinvestor Terra Firma steht, begonnen, den Wohnungsbestand mehrerer öffentlicher Siedlungsgesellschaften aufzukaufen. Den Anfang machte die Privatisierung der Eisenbahner-Wohnungsgesellschaften, in den folgenden Jahren kamen weitere Siedlungsbestände hinzu, in Frankfurt etwa die der Wohnbau Rhein-Main und der Frankfurter Siedlungsgesellschaft. Heute bewirtschaftet die Deutsche Annington in 630 Städten etwa 220.000 Wohnungen. In Frankfurt ist sie Eigentümerin von rund 10.000 Wohnungen – unter anderem in Höchst, der Nordweststadt, dem Gallus und in Goldstein.

          Ortsbeirat befasst sich mit Situation

          Zehn Jahre nach Beginn der Privatisierung reißen die Beschwerden nicht ab. Zwar ist der Ruf der Deutschen Annington nicht so schlecht wie jener der Gagfah, deren Streit mit der Stadt Dresden jüngst eskalierte. Selbst Kritiker bescheinigen dem Unternehmen, es sei kein „Miethai“ und reize die Spanne bei den Mieten nicht voll aus. Da aber die Renditeerwartungen höher seien als bei einer öffentlichen Wohnungsgesellschaft – die Annington erzielt fünf Prozent –, könnten die Wohnqualität und die Bestandspflege leiden.

          Nicht nur Bewohner und Mietervereine klagen über die Zustände in den Siedlungen, sie bekommen auch Unterstützung von der Stadt Frankfurt. Der für die westlichen Stadtteile zuständige Ortsbeirat 6 hat für den 17. Mai zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, die sich mit der Wohnsituation in den Häusern der Annington befassen wird. Dem Unternehmen, das seinen Sitz in Bochum hat, wird vorgeworfen, es habe den Service zu stark zentralisiert und vor zwei Jahren sämtliche Geschäftsstellen in Frankfurt geschlossen. Seither müssten die Bewohner mit einer Hotline vorlieb nehmen. Reparaturen würden verschleppt, die Wohnungen mangelhaft gepflegt. „Überall wurde Personal abgebaut. Es gibt keine Ansprechpartner mehr vor Ort, die Wohnungen werden kaum noch instand gesetzt“, sagt Jürgen Lutz vom Verein „Mieter helfen Mietern“.

          Künftig will das Unternehmen wieder stärker in den Siedlungen präsent sein

          Die Deutsche Annington verweist darauf, dass sie sich umstrukturieren müsse. Durch den Zukauf neuer Gesellschaften sei ein Abbau von Doppelstrukturen nötig gewesen, erläutert Unternehmenssprecher Ralf Krämer. „Vieles war doppelt und dreifach vorhanden.“ In Einzelfällen sei die Zentralisierung aber ein wenig über das Ziel hinausgegangen: „Es wurden auch Fehler gemacht, die wir nun aber korrigieren.“ Die Kritik, die Annington pflege ihre Siedlungen zu wenig, weist Krämer zurück: Mit einem Aufwand von 14 Euro je Quadratmeter Wohnfläche, die allein in diesem Jahr in die Instandsetzung investiert würden, liege man über dem deutschen Durchschnitt.

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