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„F.A.Z.-Leser helfen“ : Der Weg zurück ins Licht

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Augenblick: In der Provinz Kwale südlich von Mombasa, einer der ärmsten Gegenden im südlichen Kenia, helfen Reihenuntersuchungen etwa dieser Frau Bild: Helmut Fricke

Viele Menschen in Kenia betrachten Blindheit als unausweichliches Schicksal. Dabei kann ihnen geholfen werden. Das Spendenprojekt dieser Zeitung soll dazu beitragen.

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          Der braune Stock hilft nicht viel. Aber er ist eine der letzten Verbindungen zur Welt der Sehenden. Jumwa Nchembo Mwero sitzt mit versteinerter Miene auf einem kleinen Schemel vor seinem Zuhause und klammert sich fest an den Stock. Seit drei Jahren ist der 61 Jahre alte Mann blind und damit so gut wie hilflos, der Stock ist sein ständiger Begleiter. Als Tagelöhner hat Mwero früher auf den weiten Feldern der Region Kwale im Süden Kenias gearbeitet und von dem Lohn seine Familie ernährt, zu der sechs Kinder und ein Dutzend Enkelkinder zählen. Doch schon vor Jahren verschlechterte sich seine Sehkraft, bis er schließlich fast vollständig erblindete. Seitdem, sagt seine Frau mit sorgenvollem Blick, müsse sie sich rund um die Uhr um ihren Mann kümmern. Muss für ihn kochen, mit ihm auf die Toilette gehen, ihn waschen. Und seitdem fehlt der Familie das Geld des Vaters an allen Ecken und Enden.

          Für Jumwa Nchembo Mwero und seine Angehörigen war die zunehmende Sehschwäche ein unausweichliches Schicksal, an dem sich nichts ändern ließ. Wer alt ist, wird blind – diese Auffassung ist gerade bei der Landbevölkerung in Kenia, noch dazu in der besonders armen Region Kwale mit ihren fast zwei Millionen Einwohnern, weitverbreitet. Doch das ist ein Trugschluss mit verheerenden Folgen.

          Mut und einen guten Magen

          Als die Mitarbeiter des Kwale Eye Centre vor Mweros Haus aus dem Kleinbus steigen, versammeln sich in Windeseile Kinder aus den umliegenden Hütten, dankbar für eine Abwechslung im tiefen Hinterland der Küstenstadt Mombasa. Wer hierherkommen will, braucht für die Fahrt über von Gräben durchzogene Schotterpisten und über Brücken, die in weiten Teilen überflutet sind, viel Zeit, ein stabiles Fahrzeug, einen nervenstarken Fahrer und Insassen, die Mut und einen guten Magen haben. Dass die Ärzte aus Kwale trotzdem immer wieder in solche abgelegenen Landstriche kommen, um über die Heilbarkeit von Augenkrankheiten zu informieren, ist für Mwero ein großes Glück. Vor einigen Tagen nämlich hat der Mann an einem „Outreach“ teilgenommen, bei dem sich Mitarbeiter der Augenklinik über das Radio, über Informationsblätter an Schulen und in Kirchen ankündigen und dann an einem Tag Hunderte Augenpaare testen, um Brillen anzupassen oder Patienten an eine Klinik wie jene in Kwale zu überweisen.

          Eingriff: Eine englische Augenärztin hat den 62 Jahre alten Jumwa Nchembo Nwero an seinem Katarakt operiert Bilderstrecke

          Bei einer dieser großangelegten Reihenuntersuchungen wurde bei Mwero der graue Star festgestellt, in beiden Augen. Dabei trübt die ursprünglich klare Linse ein, der dadurch entstehende Nebelschleier wird immer dichter. Der graue Star ist eine der häufigsten Gründe für Blindheit in Kenia; allein 300 dieser in der Fachsprache „Katarakt“ genannten Erkrankungen wurden bei dem „Outreach“ entdeckt, bei dem auch Mwero ausfindig gemacht wurde.

          Der Stock ist keine Hilfe

          In dem Projekt „Right to Sight“, für das diese Zeitung ihre Leser um Spenden bittet, arbeitet die Christoffel-Blindenmission mit Sitz im hessischen Bensheim daran, in Zusammenarbeit mit Kliniken solche Reihenuntersuchungen zu ermöglichen und auf diese Weise die enorme Zahl an jahrelang nicht therapierten Patienten zu behandeln.

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