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„F.A.Z.-Leser helfen“ : Der Weg zurück ins Licht

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So wie Jumwa Nchembo Mwero. Zwei kleine Hütten nennt der Mann sein Eigen, beide sind kaum größer als in Deutschland eine herkömmliche Garage. Die Palmenblätter, die als Dach herhalten müssen, sind nur noch zum Teil in der Lage, das Innere vor Regen zu schützen. Nun führt Mweros Frau den Mann zum Auto des Kwale Eye Centre, mit dem er in die Klinik gebracht wird. Der Niederschlag der letzten Nacht hat die Fläche vor dem Haus in eine große Matschpfütze verwandelt. Sein Stock ist Mwero auf dem unwegsamen Gelände, zwischen den herumstreunenden Ziegen, keine Hilfe. Er hält ihn trotzdem wie eine Art Blindenstock fest in der Hand

Die Information, dass Augenkrankheiten drei Autostunden entfernt behandelt werden können, dringt im Einzugsgebiet des Kwale Eye Centre häufig nicht bis zur Landbevölkerung vor – und falls doch, bleibt die Reise zur Klinik dennoch unerschwinglich. Die Arbeit der Christoffel-Blindenmission dient dem Zweck, Betroffene aufzuspüren und Operationen oder auch nur die Anpassung von Brillen zu ermöglichen.

Ausdruckslos ins Nichts

Als Mwero tags darauf in einem blau-weißen Kittel in den Operationssaal geführt wird, tastet er sich hilflos an die Liege heran und stiert ausdruckslos ins Nichts. 1993 von der Britin Helen Roberts gegründet, beschäftigt die Klinik inzwischen 56 Mitarbeiter, sechs davon als sogenannte Community Based Worker, die ständig auf dem Land unterwegs sind, um dort für Aufklärung zu sorgen.

Normalerweise, sagt Gründerin Roberts, die von allen nur „Doctor Helen“ genannt wird und die Operation an Mweros Augen selbst durchführt, operiere man beidseitigen grauen Star an zwei unterschiedlichen Tagen, um das Infektionsrisiko für die Patienten zu minimieren. Bei Mwero macht sie eine Ausnahme, „ich habe Angst, dass er sonst nicht wiederkommt“, sagt sie und macht sich an die Arbeit. Die Luft in dem „Theatre“ genannten Operationssaal steht, die Stromversorgung ist ausgefallen, der Notstrom versorgt die Klimaanlage nicht mit. Draußen herrscht eine Hitze von 32 Grad, die Luftfeuchtigkeit liegt bei 85 Prozent. Bei der Operation des grauen Stars wird die getrübte natürliche Linse des Auges entfernt und eine moderne Kunstlinse implantiert.

„Ich kann sie genau sehen“

Nach der gelungenen Behandlung wird Mwero für die Nachsorge zu einem Hocker geführt. Und zu seiner Überraschung und Freude kann er ihn sehen. Dann schaut er sich um. „Da drüben stehen drei Weiße“, ruft er ungläubig, „ich kann sie genau sehen.“ Der Mann, der vor einigen Minuten noch blind und ausdruckslos war, ist schon wenige Sekunden nach der Operation ein anderer Mensch.

Als einen weiteren Tag später die Augenbinden entfernt werden, die Mwero nach der Operation zur Sicherheit aufgeklebt worden waren, kann der Mann sein Glück kaum fassen, drückt den Ärzten und Schwestern dankbar die Hände, strahlt und fällt seiner Frau um den Hals. Nun könne sie sich wieder um das Land kümmern und er wieder arbeiten, sagt seine Frau. Dann macht sich Jumwa Nchembo Mwero auf den weiten Weg zurück nach Hause. Seinen braunen Stock hat er in Kwale stehen lassen.

Spenden für das Projekt „F.A.Z.-Leser helfen“

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagzeitung und die Frankfurter Allgemeine/Rhein-Main-Zeitung bitten um Spenden für das Frankfurter Mädchenbüro Milena, das sich der Integration von Mädchen und Frauen mit und ohne Fluchthintergrund verschrieben hat, sowie für die in Bensheim ansässige Christoffel- Blindenmission, die Augenkliniken in Kenia unterstützt. Spenden für das Projekt „F.A.Z.- Leser helfen“ bitte auf die Konten: - Bei der Frankfurter Volksbank IBAN: DE94 5019 0000 0000 1157 11 - Bei der Frankfurter Sparkasse IBAN: DE43 5005 0201 0000 9780 00 Spenden können steuerlich abgesetzt werden. Weitere Informationen zur Spendenaktion im Internet unter der Adresse www.faz-leser-helfen.de.

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