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ASta und Unschuldsvermutung : Der Student Franco A.

  • -Aktualisiert am

Franco A.: Über seine Taten hat aktuell weder das Studentenparlament noch das Uni-Präsidium zu befinden, sondern das Frankfurter Oberlandesgericht. Bild: Lucas Bäuml

Der Asta warnt, dass der vor Gericht stehende Franco A. an die Goethe-Uni zurückkehrt und seine Kommilitonen drangsaliert. Doch die Rechte des Angeklagten dürfen nicht leichtfertig ignoriert werden.

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          Diese Hypothese sei gewagt: Würde der mutmaßliche Jurastudent Franco A. wegen des Verdachts vor Gericht stehen, aus linksradikaler Gesinnung einen Terroranschlag geplant zu haben, wäre der jüngste Warnruf aus dem AStA der Goethe-Universität unterblieben. Nun wird dem Bundeswehrleutnant A. jedoch vorgeworfen, ein Rechtsextremist zu sein, der unter falscher Identität eine Gewalttat begehen und die Schuld daran Flüchtlingen zuschieben wollte – weshalb das Gefahrenbewusstsein der Studentenvertreter plötzlich hellwach ist: Sie treibt die Sorge um, der zurzeit auf freiem Fuß befindliche Angeklagte könne nach einem Urteil (oder gar schon davor) an die Uni zurückkehren und seine Kommilitonen drangsalieren.

          Es ist verständlich, dass angehenden Juristen die Vorstellung missfällt, im Seminar neben einem Mann zu sitzen, der schwerer Straftaten bezichtigt wird und dessen Verteidigungsreden alles andere als glaubwürdig wirken. Die Häme, die mancher Internetkommentator über dem AStA ausgießt – bisweilen sogar verbunden mit der Unterstellung, das Studentengremium bestehe selbst aus gewaltbereiten Extremisten –, ist daher unangebracht.

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