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Eklat beim „Bürgerdialog“ : Frankfurter Museumsdirektor ins Gesicht geschlagen

Mal von innen anschauen: das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt Bild: AKH

Vor einem „Bürgerdialog“ zur Zukunft der Städtischen Bühnen ist der Direktor des Deutschen Architekturmuseums angegriffen worden. Ein Rekonstruktionsfreund schlug ihm ins Gesicht.

          3 Min.

          Am Rande einer Podiumsdiskussion über die Zukunft der Städtischen Bühnen ist es im Deutschen Architekturmuseum am Dienstagabend zu einem Eklat gekommen. Wie der Direktor des Architekturmuseums, Peter Cachola Schmal, mitteilte, ist er von einem Mann ins Gesicht geschlagen worden, der zuvor versucht hatte, sich Zugang zu der Veranstaltung zu verschaffen. Der „Bürgerdialog“ fand wegen des Infektionsschutzes ohne Publikum statt. Er und ein Mitarbeiter, der von dem Mann an der Hand verletzt wurde, erstatteten bei der herbeigerufenen Polizei Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs und Körperverletzung, wie es heißt.

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Vor dem Beginn der Veranstaltung mit Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) habe der Mann sich mit der Behauptung, ein Tontechniker zu sein, Zugang zu dem Gebäude verschafft. Ein Mitarbeiter des Museums habe mehr als eine halbe Stunde versucht, geduldig den Mann aus dem Haus zu weisen.

          Der Vorgang wurde gefilmt. Zu sehen ist zunächst, wie Hartwigs Büroleiter den Mann auffordert, das Haus zu verlassen. Der Mann weigert sich jedoch, telefoniert aufgeregt und gibt vor, seinen Presseausweis vergessen zu haben. Der Dialog endet mit der Ankündigung, dass nun die Polizei gerufen werde. Eine zweite Videosequenz zeigt, wie der Mann vor dem Museum dem Direktor mit der flachen Hand ins Gesicht schlägt.

          „Eine strategisch geplante Aktion“?

          Bei dem Störer handelt es sich laut Schmal um Matthias Müntze, den Sprecher der Initiative „Pro Rekonstruktion“, die sich für den Wiederaufbau des historischen Schauspielhauses von 1902 einsetzt. Er gehörte bislang auch dem Vorstand der Aktionsgemeinschaft Schauspielhaus Frankfurt an. Der Verein will in einem Bürgerentscheid über die Rekonstruktion des Schauspielhauses abstimmen lassen. Schmal vermutet eine „strategisch geplante Aktion“, denn Müntze sei in Begleitung zweier vermeintlicher Zeugen gekommen, des Ortsbeiratsmitglieds Hans-Georg Oeter (BFF) und eines Kameramanns, der den Ablauf offenbar filmen sollte.

          „Unsere Veranstaltung fand aufgrund der Corona-Pandemie ohne Publikum statt. Herr Müntze wurde handgreiflich, verletzte den Mitarbeiter an der Hand, versuchte ihn zu beißen und mit einem Gegenstand zu schlagen. Als Direktor des Hauses erteilte ich ihm Hausverbot. Daraufhin griff er mich an, riss mir die Maske vom Gesicht und schlug mich“, schildert Schmal das Geschehen. „Dass ein solcher in hohem Maße aggressiver Vorfall in unserem Museum anlässlich eines „Bürgerdialogs“ stattfand, zeugt von einer bisher nicht gekannten Verrohung des gesellschaftlichen Umgangs in unserer Stadt.“

          Auf der Facebook-Seite des Architekturmuseums ist ein Film zu sehen, der die Ohrfeige dokumentiert. Auf Anfrage nimmt Müntze Stellung zu dem Geschehen: Der Film sei ein Ausschnitt und zeige nicht, dass die Gewalt von Schmal ausgegangen sei. „Unter anderem riss er mich an den Haaren und zerrte mich mit seinem Mitarbeiter auf den Boden.“ Er habe seinerseits Strafanzeige gestellt. Zusammen mit einem Filmproduzenten habe er die Veranstaltung aufzeichnen und Beteiligte interviewen wollen. „Ich arbeite für internationale Architektur-Online-Plattformen und meine Tätigkeit ist journalistisch. In der Vergangenheit konnte man feststellen, dass kritische Fragen zensiert wurden. Das Gebaren verstehe ich als Eingriff in die Pressefreiheit.“ Die Aktion sei mit der Aktionsgemeinschaft Schauspielhaus nicht abgesprochen gewesen.

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