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Frankfurter Nordend : Eine Demo für die Gärten am Günthersburgpark

Am Günthersburgpark im Frankfurter Nordend soll ein Wohnquartier entstehen - Grüne und Bürgerinitiativen sind dagegen. Bild: Lucas Bäuml

Die Gegner des geplanten Wohnviertels Günthersburghöfe kommen im angrenzenden Wahlbezirk auf eine satte Mehrheit, die Befürworter liegen weit hinten. Bürgerinitiativen fühlen sich bestätigt.

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          Die Anwohner der Freizeitgärten am Günthersburgpark haben ihre Kreuze auf dem Wahlschein mit Bedacht gesetzt: Im Wahlbezirk 222-04 im Nordend, der an die umkämpfte Gartenanlage grenzt, kommen die Gegner des dort geplanten Wohnquartiers Günthersburghöfe zusammen auf eine satte Mehrheit: Fast 30 Prozent der Wähler gaben den Grünen ihre Stimme, die Linke kommt in dem Bezirk auf 15,4, Ökolinx auf 7,7 und die Gartenpartei auf 6,7 Prozent der Stimmen.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Befürworter der Bebauung hingegen bleiben in diesem Wahlbezirk weit hinter ihren stadtweit erreichten Ergebnissen zurück: Die SPD landet im Wahlbezirk 222-04 bei 11,5 und die CDU sogar nur bei 7,5 Prozent.

          „Mehrheit kein Fan von bauen, bauen, bauen“

          Die Bürgerinitiativen, die sich für den Erhalt der von ihnen so genannten „Grünen Lunge“ engagieren, fühlen sich durch das Ergebnis der Kommunalwahl bestätigt. „Die Mehrheit der Bevölkerung ist kein Fan von bauen, bauen, bauen“, sagt Uwe Römisch von der Bürgerinitiative für den Erhalt der „Grünen Lunge“ am Günthersburgpark. Er glaubt, dass dies auch für das gesamte Stadtgebiet gilt.

          Die Initiativen sind der Ansicht, dass CDU, Grüne und der nötige dritte Partner den Erhalt der Freizeitgärten im Koalitionsvertrag festschreiben müssen. Um ihrer Position Nachdruck zu verleihen, hatten sie zu einer Pressekonferenz in die Gartenanlage eingeladen. Von den möglichen Koalitionspartnern sind allerdings nur die Grünen für den Erhalt der Gärten – CDU, FDP, SPD und auch Volt hatten sich bisher für eine Bebauung ausgesprochen.

          Fahrraddemo am Samstag

          Für Felix Wiegand von der Initiative „Grüne Lunge bleibt – Instone stoppen“ steht daher fest, dass der Kampf um die Gärten mit der Kommunalwahl noch nicht vorbei ist. Für Samstag haben die Initiativen zu einer Fahrraddemonstration eingeladen, die um 14 Uhr am Eisernen Steg beginnt und an den Parteizentralen vorbei in den Günthersburgpark führt, wo es um 16 Uhr eine Abschlusskundgebung geben soll.

          Wiegand meint, dass der „Druck von unten“ bewirkt habe, dass die Grünen ihren Kurs wechselten. Allerdings sei bekannt, wie schnell diese Partei ihre Meinung ändere. „Die Grünen räumen ihre Positionen sehr schnell, wenn es darum geht, an die Macht zu kommen.“ Wiegand will, dass nur auf den schon versiegelten Flächen am Rand gebaut wird und zwar ausschließlich im geförderten Wohnungsbau und für Genossenschaften. Wenn die Stadt dies baurechtlich festschreibe, werde sich das Immobilienunternehmen Instone von seinen bereits erworbenen Flächen trennen, hofft er.

          Permakulturgarten geplant

          Die Stadt solle die Grundstücke dann erwerben. Um zu unterstreichen, dass „Betongold“, wie Wiegand sagt, nicht erwünscht sei, soll die Fahrraddemonstration auch vor dem Instone-Projekt „Marie“ Station machen.

          Wie die Gärten künftig genutzt werden, wollen die Initiativen gemeinsam mit den bisherigen Nutzern diskutieren. Die „Gemüseheldinnen“ wollen dort einen „Permakulturgarten“ anlegen, der allen offensteht. Die Grünen hatten angekündigt, die Gartenanlage im Falle eines Wahlsieges zwar zu erhalten, aber öffnen zu wollen.

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