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Degussa-Areal : Mäckler und KSP sollen Türme am Main bauen

Der Architekt Christoph Mäckler ist in Frankfurt kein Unbekannter. Von ihm stammt unter anderem der neue Opernturm. Jetzt soll er auch einen der Türme auf dem Degussa-Areal bauen Bild: F.A.Z. - Foto Wolfgang Eilmes

Die beiden Türme auf dem Degussa-Areal in der Frankfurter Innenstadt sollen nach den Entwürfen der Büros von KSP Jürgen Engel und von Christoph Mäckler Architekten errichtet werden. Diese Empfehlung sprach am Freitag die Jury aus.

          Die beiden Türme auf dem Degussa-Areal in der Frankfurter Innenstadt sollen nach den Entwürfen der Büros von KSP Jürgen Engel und von Christoph Mäckler Architekten errichtet werden. Diese Empfehlung sprach am Freitag die Jury aus, die über die Vorschläge von sieben Architektenbüros für das geplante Quartier namens „Maintor“ zu befinden hatte. Zu dem Wettbewerb hatte der Grundstückseigentümer und Projektentwickler DIC eingeladen.

          Matthias Alexander

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Alle Büros, die an dem sogenannten Gutachterverfahren teilnahmen, hatten Entwürfe für beide Türme erarbeitet: für das rund 100 Meter hohe Hochhaus „Winx“, das in der Mitte des Areals entstehen soll, und für das 64 Meter hohe „Maintor Panorama“, das zum Main hin an der Ecke von Untermainkai und Neuer Mainzer Straße liegen wird.

          „Kristalline“ Erscheinung

          Nach einhelliger Ansicht der Jury hat KSP den besten Entwurf für „Winx“ abgeliefert, während sich Mäckler bei „Panorama“ durchsetzte. Der Jury-Vorsitzende Johann Eisele lobte am KSP-Entwurf die „kristalline“ Erscheinung. Das Gebäude, dessen Glasfassade durch eine vorgelagerte Betonkonstruktion strukturiert wird, ziehe Aufmerksamkeit auf sich, ohne dabei aber auf vordergründige Effekte abzuzielen.

          Der Wettbewerbsbeitrag von KSP war jenem Entwurf sehr ähnlich, den das Büro schon vor rund zwei Jahren für „Winx“ vorgelegt hatte. Die DIC hatte erst danach dem Drängen der Stadt nachgegeben, für die beiden markantesten Gebäude des Areals einen Wettbewerb auszuloben. Dazu war KSP wiederum eingeladen worden.

          Entwürfe ergänzen sich

          In der Grobstruktur der Fassade sei das „Winx“ von KSP dem Mäcklerschen Entwurf für das „Panorama“ ähnlich, weshalb sich beide gut ergänzten. An Mäcklers Entwurf pries Eisele besonders, dass er die Proportionen des benachbarten Turms der Schweizer National besonders präzise aufgenommen habe.

          Die Jury empfahl für beide Türme jeweils einen zweiten Entwurf zur weiteren Ausarbeitung. Dabei wurden abermals Mäckler für „Winx“ und die Arbeitgemeinschaft Happ Dudler Architects (Berlin und Frankfurt) für „Panorama“ ausgewählt. Happ und Dudler haben einen abgestuften Baukörper mit Natursteinfassade vorgeschlagen, der dem Mäcklerschen Entwurf recht nahe kommt.

          Kombination der Entwürfe von zwei verschiedenen Architekten bevorzugt

          Ulrich Höller, Vorstandsvorsitzender der DIC, kündigte an, man werde mit allen drei Büros in den nächsten Wochen sprechen. Im Lauf der nächsten acht Wochen solle eine Entscheidung darüber getroffen werden, welche Architekten zum Zuge kämen. Das werde in Absprache mit der Stadt geschehen. Höller, der der Jury angehörte, wies auf die einstimmige Empfehlung für die Kombination von KSP und Mäckler hin. Gleichwohl sei eine Entscheidung noch nicht gefallen. Er ließ aber deutlich erkennen, dass er eine Kombination der Entwürfe von zwei verschiedenen Architekten bevorzuge.

          Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU), ebenfalls Mitglied der Jury, äußerte sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis des Gutachterverfahrens. Die Stadt werde voraussichtlich im März 2010 den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan des Degussa-Areals fassen. Laut Höller soll wenige Monate später mit den Abrissarbeiten im nordöstlichen Teil des Areals begonnen werden. Dort soll als erstes Teilprojekt das „Maintor Plaza“ entstehen, wiederum nach einem Entwurf von KSP. Sobald Mieter für dieses Gebäude gefunden seien, werde man mit dem Bau beginnen.

          Neubebauung erst im Frühjahr 2011

          Für die übrigen Gebäude des Areals wird die Degussa noch bis Ende 2010 residieren. Das heißt, dass mit der Neubebauung erst im Frühjahr 2011 begonnen werden kann. Entsprechendes Mieterinteresse vorausgesetzt, wird das neue Quartier frühestens Ende 2013 fertiggestellt sein. Höller äußerte sich zufrieden über das Interesse von potentiellen Mietern. Die Entscheidung über die Architektur werde die weitere Vermarktung erleichtern.

          Für die drei Maintor-Palazzi und das Maintor-Patio, in denen hochwertige Wohnungen untergebracht werden sollen, werde es keinen Architektenwettbewerb geben, sagte Höller. Man werde aber mindestens zwei verschiedene Architekten mit den Entwürfen beauftragen; und diese seien nicht identisch mit jenen, die zuvor schon in dem Quartier zum Zuge kämen. Für die Wohnbauten strebe man eine „sehr ruhige, steinerne“ Architektur an.

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