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Städtische Bühnen in Frankfurt : Ein Verein kämpft für das alte Schauspiel

Im Krieg teilweise zerstört: Das 1902 fertiggestellte Schauspielhaus am Willy-Brandt-Platz. Bild: Repro Oliver Rüther

Eine Frankfurter Aktionsgemeinschaft wünscht sich die Wiederherstellung des Schauspiels in der äußeren Gestalt von 1902. Doch was passiert, wenn die Städtischen Bühnen abgerissen werden?

          Die Aktionsgemeinschaft, die sich seit etwas mehr als einem Jahr dafür einsetzt, das einstige Schauspielhaus am Willy-Brandt-Platz wieder aufzubauen, hat sich jetzt als Verein formiert, um das Anliegen noch stärker in die Öffentlichkeit zu tragen. Hintergrund ist nach Darstellung der Vorsitzenden Sybille Franzmann-Haag die Sorge, dass die sanierungsbedürftigen Städtischen Bühnen abgerissen und an ihrer Stelle Bürohochhäuser errichtet werden könnten.

          Patricia Andreae

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Verein spricht sich für eine Trennung der beiden Sparten aus, wobei die Oper einen eigenen Neubau erhalten und das Schauspiel in sein einstiges Haus zurückkehren soll. Von diesem sei noch etwa die Hälfte der früheren Bausubstanz hinter den heutigen Fassaden erhalten.

          Herz der Stadt verödet

          Wie Franzmann-Haag und ihr Stellvertreter Constantin Graf von Plettenberg hervorheben, geht es ihnen dabei vor allem um städtebauliche Aspekte. Sie wünschen sich die Wiederherstellung des Schauspiels in der äußeren Gestalt von 1902. Sorge bereite ihnen, dass derzeit über die Vermarktung des Areals gesprochen werde, was der Stadt nach Schätzungen von Projektentwicklern bis zu 1,5 Milliarden Euro einbringen könne.

          Das würde nach Ansicht von Plettenberg jedoch eine Verödung im Herzen der Stadt bedeuten. Der Verein hat inzwischen ein Konzept entwickelt, bei dem der Wiederaufbau des Neorenaissance-Baus von Heinrich Seeling durch die Vermarktung eines Teils der Flächen finanziert werden soll. Auch das große Arcaden-Café, das den Platz beleben könne, soll dazu beitragen. Nun hofft der Verein, der inzwischen ohne den Mitinitiator Jürgen Aha antritt und die Gemeinnützigkeit beantragt hat, auf weitere Unterstützer.

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