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Frankfurts Abfallschwemme : Das Miteinander und der Müll

Seit Beginn der Pandemie quillen die Mülleimer in Frankfurt regelmäßig über. Bild: dpa

Frankfurter Parks und Plätze versinken seit eineinhalb Jahren sprichwörtlich im Müll. Manche sind für mehr Müllbehältnisse, andere für ein härteres Vorgehen. Nötig ist eine Verhaltensänderung.

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          Was tun, wenn eine Stadt wie Frankfurt mit Beginn der Frühjahrssaison wieder im Müll versinkt, so wie es seit eineinhalb Jahren in vielen Parks und auf unzähligen Plätzen geschieht? Die einen rufen nach noch mehr Reinigungskräften und Müllbehältnissen. Andere fordern ein härteres und damit erzieherisches Vorgehen gegen die Verursacher. Vorausgesetzt, man erwischt sie auf frischer Tat.

          Die neue Frankfurter Ordnungsdezernentin Annette Rinn (FDP) hatte kürzlich laut über eine ganz andere Lösung nachgedacht und war auf die Idee eines Pfandsystems für Pizzakartons verfallen. Allerdings müsste dafür das Bundesverpackungsgesetz geändert werden. Doch ändert ein 50-Cent-Pfand etwas am Verhalten derjenigen, die hemmungslos und rücksichtslos in Parks und auf Plätzen konsumieren?

          Trend geht zum Leben im Freien

          Derzeit vermag niemand vorherzusagen, wie es in der nächsten Frühjahrs- und Sommersaison im öffentlichen Raum zugehen wird. Dass alle diejenigen, die es derzeit bei jedem Sonnenstrahl nach draußen gedrängt hat, sich plötzlich wieder in Lokalen versammeln, scheint unwahrscheinlich. Zumal seit Jahren der Trend, das Leben im Freien gemeinsam mit anderen zu verbringen – und sei es auf einer Parkbank –, anhält und durch die Pandemie nur noch einmal deutlich verstärkt wurde.

          In einem Punkt müsste sich aber eigentlich eine Verhaltensveränderung einstellen: Denn möglicherweise ist so mancher achtlos weggeworfene Müll, manche zerschmetterte Flasche auch Ausdruck von Protest, vielleicht sogar Wut gegen die Corona-Restriktionen des Staates gewesen. Dafür dürfte es im nächsten Sommer wohl keinen Grund mehr geben.

          Es bleibt dabei: Der Weg zu einer sauberen Stadt ist lang. Notwendig sind mehr Behältnisse, mehr Reinigungseinsätze, mehr gutes Zureden, aber auch mehr Kontrollen. Im öffentlichen Raum haben sich mit am deutlichsten die Folgen der Pandemie für die Gesellschaft gezeigt. Das Miteinander will erst wieder gelernt werden.

          Mechthild Harting
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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