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Notunterkünfte in Frankfurt : Zu sechst auf 32 Quadratmetern

Kaum Platz zum Toben: Eine somalische Familie mit vier Kindern teilt sich ein Zimmer. Bild: Bäuml, Lucas

Weil in Frankfurt Sozialwohnungen fehlen, warten 9500 Haushalte auf eine Wohnung. Unter ihnen ist eine Familie aus Somalia, die seit fast vier Jahren in einem Hotelzimmer lebt. Ein Besuch vor Ort.

          4 Min.

          Ein billiges Hotelzimmer irgendwo im Frankfurter Nordend. Die Luft ist stickig, die Wände sind fleckig, im Fernseher läuft ein Kinderprogramm. Das ist das Zuhause einer Familie aus Somalia. Auf 32 Quadratmetern leben sechs Menschen. Der Vater, die Mutter und vier Kinder – zwei Mädchen und zwei Jungen – im Alter von ein, zwei, drei und vier Jahren.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Blick aus dem Fenster fällt auf eine Baustelle. Der Kontrast könnte kaum härter sein. Auf der einen Straßenseite entstehen schicke Eigentumswohnungen. Auf der anderen Seite direkt gegenüber lebt eine Familie am Rande des Existenzminimums. Das L-förmige Hotelzimmer geht übers Eck. In einem Teil des Raums stehen ein breites Bett und zwei Kinderbetten. Dort schläft die Mutter mit vier Kindern. Im anderen Teil des Zimmers hinter einem offenen Durchgang schläft der Vater auf einem schmalen Bett neben dem Fernseher und einer Pantry-Küche, die aus zwei alten Kochplatten, einer kleinen Spüle und einem Kühlschrank besteht. Abends kocht die Mutter hier rote Linsen für alle. Es gibt auch ein Bad, aber keine Waschmaschine.

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